00:00:00: Wenn ich heute im Podcast das Thema Friedensmediation aufgreife und mit Dr.
00:00:05: Carla Schrammel und Lakshi Vimalarajah zwei Experteninnen und aktuell involvierte Friedensmediatoren als Gästinnen hier im Studio habe, dann sind die Gespräche hier am Podcast angesichts der Öffentlichkeit mit Blick auf Mediationsprozesse, Nicht ganz unheikel.
00:00:31: Und aus diesem Grunde bat mich die Berghoffstiftung und die beiden Gästenen nochmal zu betonen, zu beginnen dass der transformative Mediationsansatz die Grundlage und gelebte Praxis der Berghoftstiftungen sind.
00:00:48: Was das heißt im Einzelnen hört ihr jetzt im Podcast.
00:00:51: Herzlich willkommen zum Podcast.
00:00:53: Gut durch die Zeit.
00:00:54: Der Podcast rund um Mediation, Konfliktcoaching und Organisationsberatung ein Podcast von Inko Fema.
00:01:01: Ich bin Sascha Waage und begrüße dich zur
00:01:02: neuen
00:01:03: Folge.
00:01:04: Und heute geht es um mediation und zwar eine besondere mediation um Friedensmediation.
00:01:09: und ich möchte mit meinen heutigen Studio-Gestinnen zu ja zur Friedens mediation sprechen und wie dort die Entwicklungen Man muss ja fast schon metaphorisch sagen, einschlagen und was daraus wird.
00:01:22: Was ist aus der nomenbasierten Friedensmediazion geworden?
00:01:26: Und ich habe mir zwei Studiogestinnen eingeladen die da Expertinnen drin sind.
00:01:30: Dr.
00:01:31: Carla Schrammel und Lakshi Vimalaranja.
00:01:34: Und begrüße euch beide erstmal hier im Podcaststudio.
00:01:36: Hallo!
00:01:40: Bevor wir wie immer hier dann inhaltlich werden bin ich zunächst mal an euch beiden interessiert als Mediatorenin wie ihr dazu gekommen seid.
00:01:50: Ihr arbeitet bei der Berghoff-Stiftung, eine Stiftung die sich vor allem auch der Friedensmediation verschrieben hat?
00:01:58: Könnt ihr aber gerne noch mal korrigieren und seit dort als FriedenMediatoren tätig.
00:02:02: Carla Lakshi, wie kommt das?
00:02:03: Ihr arbeitet zusammen in einem Team vielleicht... Carla!
00:02:07: Du hast erstes.
00:02:08: Ja, Lakshi und ich arbeiten manchmal zusammen nicht immer Und du hast ja so ein bisschen gefragt Wie kommt wir da zu oder was macht uns aus?
00:02:16: Ich hab Zu Beginn meines Berufslebens in verschiedenen konfliktbetroffenen Kontexten gearbeitet und auch dort gelebt, in der Elfenbeinkürste in Ronda-Burundi.
00:02:31: Das hat dann stark meine Motivation beeinflusst mein Wunsch zu der Beiligung von Konflikten beizutragen und Friedensminiativen.
00:02:41: Und Verhandlungen sind natürlich ein ganz konkreter und unmittelbarer Weg Konflikte einzudämmen.
00:02:48: Das heißt, du hast in den Gegenden gelebt noch gar nicht weil du als Mediatoren tätig warst sondern aufgrund privater oder auch aufgrund deiner Studien?
00:03:00: Genau es waren teilweise lange Forschungsaufenthalte, teilweise waren es Aufenthalt mit Entwicklungsorganisationen Und dann auch später stärker spezifiziert
00:03:13: auf so Dialog-Initiativen
00:03:15: und teilweise auch schon Mediationsansätze, würde ich sagen.
00:03:19: Laxie wie war das bei dir?
00:03:21: In die Frins mediation bin ich nicht auf gerade Weg gekommen eher über Umwege, die stark von meiner eigenen Geschichte geprägt sind.
00:03:31: Ich wurde in Sri Lanka geboren und bin dort bis zu meinem Dreizehnten Lebensjahr unter den Bedingungen eines Bürgerkriegs aufgewachsen.
00:03:41: Als ich Peter als Flüchtlingskind nach Deutschland kam, ließ mich eine Frage nicht mehr los – wie kann unter solchen Bedingung überhaupt nachhaltige Frieden entstehen?
00:03:53: asymmetrischen Konstellation dort, wo eine Mehrheit über Ressourcen internationale Anerkennung sowie politische und wirtschaftliche Macht verfügt während Minderheiten marginalisiert sind.
00:04:06: Und gleichzeitig begann ich aber um mich auch für eine zweite ebenso komplexe Dimension zu interessieren wie lässt sich Frieden zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen herstellen die sich sprachlich und kulturell fremd sind?
00:04:21: deren Beziehung von tief verwurzelten, entgegengesetzten Narrativen geprägt werden.
00:04:26: Also auf der einen Seite stehen Vorstellungen von Überlegenheit und auf der anderen Erfahrung von Opfersein.
00:04:36: Gegensätze werden oft noch verstärkt durch historische Traumata, kollektive Verletzungen und Erfahrungen, extreme Gewalt bis hin zu genozidalen Verbrechen.
00:04:47: Und diese Fragen haben mich schließlich auch in meinem Studium der Politikwissenschaft am Ottosue-Institut der Freien Universität Berlin begleitet.
00:04:57: Nach dem Studium gab es sich dann eher zufällig eine Möglichkeit die für mich alles veränderte.
00:05:04: ich erfuhr dass Die Bergkustiftung, den von Norwegen begleiteten Frinsprozess in Berlin unterstütze.
00:05:12: Und die Bergkostiftung war damals insbesondere für zwei prägende Ansätze bekannt.
00:05:17: Zum einen hatte sie eine ausgewiesene Spezialisierung auf ethnopolitische, so innerstaatliche Konflikte also Konflikte, die durch ethnische Zugehörigkeiten und Identitätsfragen geprägt sind.
00:05:30: Und zum anderen verfolgte sie auch konsequent den Ansatz der Konflikttransformation.
00:05:35: ich glaube Günter Beschler hat es auch kurz skizziert, was das bedeutet.
00:05:41: Es geht dabei nicht um die Beendigung von Gewalt im Sinne eines negativen Friedens sondern um einen umfassenden Ozess also die auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Ursachen von Konflikten.
00:05:53: Genau so bin ich in diesem Feld gelernt und die sieben Jahre lang war ich vor Ort tätig und unterstütze dass Mediationsvorhaben auch mit unterschiedlichen flankierenden Maßnahmen Dialogformaten bis hin zu Vertrauensbilden, Initiativen.
00:06:09: Und diese Zeit war prägen nicht nur fachlich sondern auch persönlich für mich und nach dem Scheitern des Friedensprozesses habe ich meine Arbeit in anderen Konfliktkontexten
00:06:20: fortgesetzt.".
00:06:21: Du sagst nicht direkt, nicht linear zur Friedensmediation aber mir scheint ja doch recht konsequent wenn du so die Station beschreibst.
00:06:30: für dich... Aber Carla wahrscheinlich auch für dich ist die Idee dass es einen solchen Erklärungsprozess zum Frieden überhaupt geben kann, immer eine starke Überlegung.
00:06:41: Lachzie du hast die Frage, die dich nicht loslässt?
00:06:44: Wie kann das gelingen?
00:06:46: Davor ist ja die Frage ob es überhaupt geht und das scheint ja da zu sein.
00:06:50: wie kommt das auch angesichts der Erfahrungen, die du so angedeutet hast dass du glaubst, annimmst... Das geht überhaupt!
00:06:58: Man kann auch solche Konflikte klären als Grundlage auch der Arbeit von euch als Friedsmitiatorinnen.
00:07:06: Ich denke, es gibt einfach viele Beispiele auch.
00:07:08: Wo durch Mediation vielleicht auch flankiert durch andere Maßnahmen?
00:07:13: Also kann auch militärischer Natur sein oder irgendwie über politische Sanktionen aber wo eben Verhandlungen zur Beendigung von Gewalt geführt hat und wo Verhandlung und Friedensprozesse teilweise natürlich nicht so häufig tatsächlich zur Transformation von Beziehungen geführt hat.
00:07:36: Und unser Feld liebt es auf den Havanna-Prozess zwischen dem Jahr zwölf und zweitausendfünfzehnt zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung zu rekurrieren, wo dieser Prozess bekanntermaßen die Beziehung zwischen den beiden Parteien verändert hat, obwohl die Ausgangsbedingungen auch nicht ideal waren.
00:07:55: Es gab sehr starke Asymmetrie-, Machtasymetrie zwischen den Parteien.
00:08:02: starke Fragmentierung der Akteure selbst, es gab keinen Willen die Gewalt direkt einzustellen.
00:08:09: War das das wo die auch dann die Waffen abgegeben haben als Vereinbarung?
00:08:14: Das kam dann im Prozess an und sagt was sozusagen sehr hilfreich war im Rahmen des Prozesses war dass die authentischen Opferstimmen und Erzählungen von beiden Seiten zum Tragen gekommen sind oder angehört wurden und sich dadurch die Beziehung auch zwischen den Parteien verändert hat.
00:08:29: Und das hat ja dazu geführt, dass beispielsweise die FARC als politische Akteur in das System reintegriert wurde und mit anderen Mitteln ihre Ziele verfolgt.
00:08:40: Es gibt auch für die, die es kritisch sehen oder die auch jetzt irgendwie die Situation im Kolumbien natürlich kritisch sehnt.
00:08:45: Aber es ist nur trotzdem weil du ja gefragt hast sozusagen glauben wir daran?
00:08:48: Das Verhandlungen da auch irgendwie und Frinsprozesse überhaupt irgendwie die Klärung, die man annimmt zu bekommen dass wir wirklich auch realisieren können.
00:08:57: Ich glaube, es gibt sehr viele und gute Beispiele und der Havana-Prozess ist ein besonders guter und bekannter.
00:09:04: Ja also ergänzen dazu ich denke auch sogar in sehr hohe komplexe Konflikte Räume für Verständigung entstehen können.
00:09:13: Ein Großteil meiner Arbeit besteht darin, die Parteien vorzubereiten, sie in Verhandlungsfähigkeiten zu schulen und ihnen auch zu helfen ihre Maximalforderung und roten Linien zu reflektieren.
00:09:26: Vertrauen aufbauen ist absolut zentral und wie verhandelt man aber mit dem Gegner, den man misstraut der Abmachung nicht einhält?
00:09:36: Das ist eine ständige Fragestellung die ich immer wieder auch zu hören bekomme und gerade in der Vorverhandlungsphase, also diese sogenannte Sondierungsphase.
00:09:49: auch so about Talks geht und was auch Jahre dauern kann.
00:09:52: In dieser Phase, in der Zeit erkunden wir die Konfliktgeschichte ängste Interessen und Befürchtungen der Parteien um gemeinsame Interessen zu identifizieren und eine Grundlage für spätere Verhandlungen auch zu schaffen.
00:10:06: Und diese Phase ist absolut entscheidend und vertrauen in den Prozess und auch in uns als Vermittler, Vermieterinnen zu bauen.
00:10:15: Besonders schwierig ist es natürlich, wenn Parteien die sich jahrelang bekämpft haben verständlich zu machen dass ihr bisherige Weg in eine Sackkasse führt Und wenn wir schaffen, dass sie nach strategischer Abwägung auch andere friedliche Optionen prüfen ist schon viel gewonnen.
00:10:34: Besonders würde ich sagen erfolgreich sind oft präventive Mediationsprozesse also lange bevor Konflikte in Gewalt umschlagen.
00:10:42: diese bleiben meist unsichtbar sind aber weitaus bürgssamer als das später aufsammeln Scherbenhaufen.
00:10:50: Es gibt ja das Vorurteil oder die Vorstellung dieses Entweder-Oder, also entweder wird es mit Gewalt und militärisch gelöst oder angegangen.
00:10:59: Oder es wird jetzt verhandelt und Friedensgespräche stattfinden.
00:11:04: Mich würde interessieren wie ihr als Insider, als jemand der diese Prozesse mitbearbeitet wohlwissend dass da noch ganz andere Stakeholder auch dabei sind, ganz andere Einflussfaktoren Bereiche, auch Diplomatie Militär, all das ist ja immer mit präsent.
00:11:23: Wie ihr das erlebt?
00:11:24: Also trägt diese Idee irgendwas Praktisches bei entweder zu sagen wir sind jetzt entweder dabei dann ist halt Militäer und Gewalt und Krieg, Miliz und der gleichen oder wir reden.
00:11:38: Ich würde sagen, dass es meistens, das ist zumindest meine Erfahrung, meistens beides gleichzeitig stattfindet.
00:11:44: Man bekriegt sich und währenddessen redet man auch alles natürlich vertraulich und versucht irgendwie auch so Optionen auszuluten und zu schauen können wir überhaupt verhandeln?
00:11:57: gibt es überhaupt eine Grundlage dafür?
00:11:59: Das ist diese Sondierungsphase über die ich gesprochen habe.
00:12:03: daher die Vorstellung nacheinander kommt, dass man erst mal Krieg führt und dann so eine Friedensverhandlung kommt oder ein Friedensprozess.
00:12:14: Oder eine Verhandlungsprozess kommt, die ist so nicht richtig.
00:12:18: Vielleicht nur ergänzend dazu?
00:12:20: Also ich denke es ist weder richtig in Bezug auf die Vorbedingungen von
00:12:24: Verhandlungen
00:12:24: also sozusagen oft sind wie ich gerade auch schon gesagt habe, militärische Interventionen oder auch politische Sanktionen sozusagen politisch- und militärischer Begleitmaßnahmen Ausgangs Punkt für Verhandlungen oder tragen dazu bei, dass auch die asymmetrischen Machtbedingungen ein bisschen angeglichen werden und beispielsweise stärkere Akteure an den Verhandlungstisch gezogen werden.
00:12:49: Das würde ich sagen als Voraussetzung ist das manchmal relevant aber auch dann während so wie Sie Lachs schon gesagt hat, während der Verhandelung oder sozusagen während des Verhältnisprozesses.
00:12:59: man sieht eigentlich fast gar keine linearen Prozesse mehr wo es ersten Waffen stillstehen gibt und dann Verhandlungen, sondern man sieht ja beispielsweise im Sudan oder in der demokratischen Republik Kongo.
00:13:12: Aber wenn auch in Syrien was war so lange Zeit ein sehr prominenter Prozess war und auch Konflikt dass die Verhandlung immer begleitet waren von Auseinandersetzungen militärischer Natur was natürlich auch damit zu tun hat das schwächere Parteien und so war es auch bei der FARC was wir vorhin gesagt haben viele Vorbehalte haben ihre Waffen abzugeben, weil das ja sozusagen oft auch das Druckmittel ist.
00:13:37: Dass sie überhaupt haben.
00:13:40: und man sieht auch also dass nun vielleicht noch diese eine kleine Anmerkung ich finde man sieht doch mal mehr, dass es dann Abkommen gibt und trotzdem geht die Gewalt weiter und zum Beispiel weiß er jetzt auch in der demokratischen Republik Kong.
00:13:54: Wir haben jetzt schon seit irgendwie mehreren Monaten ein Friedensabkommen aber man sieht sehr wenig davon im Nord- und Südkivow, wo die Gewalt weiter anhält.
00:14:04: Vielleicht
00:14:05: eine kurze Ergänzung auch, soweit ich immer wieder zuhören bekomme.
00:14:10: Na ja, warum sind diese Prozesse nicht transparent?
00:14:13: Warum wissen wir nicht, dass da Verhandlungen gleichzeitig eventuell stattfinden?
00:14:19: Auf die Tatsache es findet permanent Verhandlungsstand, auch wenn es nicht in der Tagesschau benannt wird.
00:14:24: Das ist die Basis!
00:14:25: Genau
00:14:26: Es ist so wichtig, dass diese Verhandlungen auch hinter verschlossenen Türen passiert.
00:14:30: Parteien müssen Optionen durchspielen können ohne Gesichtsverduss zu erleiden und ihre Glaubwürdigkeit auch zu bewahren.
00:14:38: Der geschützte Raum erlaubt es von Maximalforderung abzuweichen, Argumente zu entwickeln und die Öffentlichkeit... Väter auch überzeugend zu adressieren.
00:14:49: Und außerdem können sich die Parteien jederzeit zurückziehen, ohne öffentlich als gescheitert darzustellen.
00:14:55: und daher für mich als Mediatorin ist es absolut wichtig dass diese Prozesse erstmal sehr vertraulich stattfinden.
00:15:04: dieser Raum ist absolut hoch sensibel und jederzeit kann alles zusammenbrechen.
00:15:10: dessen guter Hinweis das diese Verhandlungen die häufig in der politischen Diskussion gefordert werden oder behauptet werden, dass sie gefordert werden müssten.
00:15:18: Weil sie nicht stattfinden, dass das häufig nicht der Realität entspricht und dass es auch völlig in Ordnung
00:15:23: ist.".
00:15:23: Wie geht ihr konzeptionell als Mediatoren damit um?
00:15:26: das eben parallel?
00:15:28: Auch Gewalt stattfindet, dass auch mit militärischen Mitteln dieser Konflikt... am Verhandlungstisch beeinflusst wird und werden soll, ist das für euch unschön?
00:15:40: Und also was eure Mediationen stört oder ist es etwas, was ihr konzeptionell ins Instrumentarium mit hineindenkt.
00:15:51: Wir sind hier Mediatorinnen wir sind Unterstützer in den Verhandlungen wohl wissen dass diese Konfliktparteien auch Krieg führen gerade und wir können damit arbeiten.
00:16:01: ich hatte das so als Hintergrund der Frage ein bisschen Wahrscheinlich rausgelesen oder vielleicht so weit interpretiert euren Aufsatz, den ihr ja mit das Ende der Geschichte die Zukunft der Nomen basierten Friedensmediazion betitelt hattet.
00:16:13: Wo ich so annahm okay dass gibt auch ein anderes Verhältnis von Friedens mediation zu militärischen Aktionen.
00:16:23: Ja,
00:16:23: also natürlich ist es immer die Kernfragstellung.
00:16:27: Wo sind auch für uns die Grenzen?
00:16:29: Was sind so die ethischen Grundsätze auch in der Arbeit?
00:16:34: Und natürlich haben wir mit Akteuren zu tun, die massive Kriegsverbrechen begangen haben und sofern muss das alles mit bedacht werden.
00:16:45: Das sind die Akteure, mit denen wir reden müssen die an einem Tisch kommen müssen, weil ohne sie können wir keine nachhaltige Lösungen auch ausarbeiten.
00:16:55: Insofern sind das auch wichtige Akteure für uns.
00:16:58: und natürlich für mich würde ich sagen kann natürlich Friedensmediaturn ausgenutzt werden.
00:17:04: Entscheidend ist es dass Friedens mediaturen sich ihre Ziele und Grenzen bewusst sind.
00:17:10: also was möchte in der Mediation erreichen, was liegt außerhalb meines Einflusses.
00:17:15: Welche ethischen Grundsätze gelten?
00:17:18: Aber auch welche Exit-Strategien stehen zur Verfügung falls das Ziel nicht erreicht wird oder eine Instrumentalisierung droht?
00:17:26: und natürlich ist mir das auch bewusst dass Verhandlungen manchmal als Atempause zwischen zwei Kriegen genutzt werden und die Zeit für Aufrüstung und auch allzeit für aufrüstungsdient.
00:17:38: aber gleichzeitig besteht Aber immer die realistische Chance, dass die Parteien eine schlechtere Bapna also the best alternative to a negotiated agreement haben und daher eine verhandelte Lösung bevorzugen.
00:17:54: Und jede Verhandlung beginnt immer damit das die Partein versuchen das Maximum für sich raus zu holen den Gegner am Tisch zu besiegen oft ohne Vertrauen und ohne klare Vorstellungen darüber was sie erwarten können oder wie der Mediatur für eigene Zwecke benutzt werden könnte.
00:18:14: Das ist normal und ein erfahrener Mediator ist darauf vorbereitet, aber schwieriger wird es würde ich sagen wenn die Mediation unter politischem Druck oder an Kondizimalitäten wie Kredite, Zölle, Entwicklungs- oder Wiederaufbauhilfe so wie Sanktionen gebunden ist.
00:18:34: dann kann der Mediatur nicht frei agieren und gerät zusätzlich über die Sagen unter Erfolgs- und Wartungsdruck.
00:18:41: Ich könnte sein, dass es ein kleines Missverständnis war, aber das ist mir auch erst jetzt deutlich geworden in der Antwort.
00:18:47: Mir ging es gar nicht in die Richtung, die ich aus anderen Mediationskontexten her auch kenne sozusagen, dass wir es mit Parteien zu tun haben, die Gelände gesagt doppelbötig spielen oder die sagen wir mal nicht so... die Lehrbuchmedianten sind, sondern dass wir da auch in der Gefahr sind ausgenutzt zu werden und das die lügen können.
00:19:07: Dass sie betrügen können, dass die das ganze Verfahren für unlautere Mittel nämlich für ihre eigenen Interessen dann einsetzen ohne dass das abgestimmt ist.
00:19:16: Das ist finde ich klar auch ganz bedenkenswertes Thema.
00:19:18: aber mir ging es eher um die Sache und so hatte ich das ein bisschen aus dem Aufsatz heraus gelesen, dass Friedensmediation selbst nicht mehr soweit gedacht werden kann.
00:19:30: Da ist eine neutrale Instanz, die haben mit den Kriegspartalen nichts zu tun und machen da jetzt Mediationen und gucken mal wie weit das trägt, sondern dass diese Friedensmediatoren ja auch irgendwo herkommen in dem Fall aus Deutschland oder Schweiz oder sonst woher?
00:19:45: Dass dieses Land auch Interesse hat, auch Interessen mit der Mediation verfolgt und sich auch diese Interessen Einflüsse ändern, ne?
00:19:55: Nämlich jetzt mit dem was ihr anreist.
00:19:57: Dass sich die großpolitische Wetterlage grundlegend ändert und dass das Auswirkungen hat für die Friedensmediazion
00:20:05: Ja, das würde ich sagen ein zentrales Argument des Artikels Und ist auch ein Argument oder sozusagen eine Tatsache Die uns sehr stark umtreibt im Friedens mediationsfeld weil mit der Irridierung von Normen oder der Veränderung von Normnen mit der sehr starken Schwächung des multilateralen Systems, mit den allgemeinen geopolitischen Veränderungen und einer starken geopolitischen Polarisierung verändert sich eben auch das Mediationsfeld.
00:20:37: Und so wie du sagst oder so wie Du das auch in dem Artikel gelesen hast beobachten wir eine sehr starke Politisierung von Mediation und eben auch sozusagen eine stärkere Auflösungen von Norm oder eine Veränderung von Norm, während beispielsweise wir lange Zeit unter der wenig dem Imperativ operiert haben.
00:20:59: Dass es auch wichtig ist beispielsweise ganze Gesellschaften zu inkludieren vor allem wenn es darum geht irgendwie Gesellschaften auf eine Art zu transformieren dass sie auch Gewalt los- oder gewaltfrei mit gesellschaftlichen Konflikten umgehen können.
00:21:15: Dieser Imperativ er ist eben nicht mehr wirklich gültig und wir sprechen ja auch, ich weiß gar nicht ob es im Artikel vorkommt.
00:21:22: Aber das wird sehr viel gesprochen von Transactional Deals im Gegensatz zu transformativen Praktiken.
00:21:30: Es meint dass man sich so stark auf die Hauptmachthaber und Hauptkonfliktparteien und diejenigen konzentriert die Waffen zur Verfügung haben und versucht mit denen irgendwelche Deals auszuhandeln, die natürlich nicht unbedingt immer sozusagen im Sinne von der größeren Gesellschaft sein müssten.
00:21:49: Insofern verändert sich da die Mediationslandschaft stark... Für
00:21:52: mich klang das ein Stück irgendwie realitätsangemessener, sozusagen die Klein-Deals, dass was möglich ist und was vertraglich vereinbart ist, das wird angegangen und es ist schwer genug als jetzt den großen transformativen Gesellschaftsprozess mithilfe der Mediation anzustoßen.
00:22:09: Das kam bei mir so an, dass es ein Stück Realitätsangemessener ist und der ursprüngliche Anspruch vielleicht gestutzt werden muss.
00:22:18: Habe ich euch da richtig verstanden?
00:22:21: Hey du!
00:22:22: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt dein Smartphone zu nehmen und eine Sternebewertung zu hinterlassen.
00:22:30: Vielleicht sogar auch einen kleinen Kommentar zu dieser Episode und wie es dir hier bei dem Podcast gefällt.
00:22:38: Und mit dem Podcast geht's jetzt weiter.
00:22:42: Wenn ich da, würde ich irgendwie gerne noch mal einen Schritt zurückgehen.
00:22:46: Also wenn wir heute von Friedensmediation reden dann würde ich sagen sind da irgendwie viele Sachen kommen irgendwie mit und es gibt eigentlich viele unterschiedliche... Deutung darüber.
00:23:00: Aber Friedensmediation ist kein Etikett für Machtpolitik und deswegen lohnt sich das nochmal auch genauer hinzusehen, wenn heute von Mediation die Rede ist?
00:23:11: Ich würde sagen in der öffentlichen politischen Debatte sogar unter Mediationskollegen war gestern in einer Veranstaltung und da war ich auch sehr verblüfft Darüber wird der Begriff zunehmungshaft verbindet sogar irgendwie führende politische Akteure, also wie zwar der Präsident der Vereinigten Staaten heute schnell als Friedenstifter oder Mediator bezeichnet zu wird.
00:23:35: schon auch problematisch.
00:23:37: Solche Zuschreibungen würde ich sagen greifen eigentlich so kurz, sie verdecken das Mediation oft als strategisches Framing.
00:23:46: auch dient also ein Mittel um legitim auf Konflikte einzurücken und dabei eigene Interessen zu verfolgen sei es zur Sicherung von Ressourcen, zur Erschließung von Märkten oder zur Ausweitung biopolitischen Einflusses.
00:24:01: Und nachhaltig gefrieden ist, würde ich sagen dabei nichts wegen das primäre Ziel.
00:24:07: Aber dem steht ein anderes, ein engeres Verständnis von Friedensmediation gegenüber und hier geht es nicht um Einflustnahme sondern um Konfliktbearbeitung, nicht um Durchsetzung, sondern um Verständigung und Friedens.
00:24:23: mediation würde ich auch sagen mehr als ein Instrument.
00:24:27: Sie ist eine Haltung geprägt von Dialog, Kooperation und auch Allparteiligkeit.
00:24:34: Und die dritte Partei unterstützt die Konfliktparteien dabei miteinander ins Gespräch zu kommen und aber eigenständig Lösungen zu entwickeln, die für alle tragfähig sind.
00:24:46: Der Schlüssel eigentlich liegt im Prozess.
00:24:49: also Frins.
00:24:50: Mediation ist freiwillig.
00:24:52: Sie wird von den Konfliktparteien selbst getragen, sie behalten die Kontrolle über Inhalte und Ergebnisse.
00:24:59: Wir als Drittpartei gestalten nur den Rahmen, strukturieren die Kommunikation machen auch manchmal Optionen sichtbar ohne Selbstlösung vorzugeben.
00:25:09: Und genau hier beginnt das Problem.
00:25:11: vieles von dem was heute
00:25:13: auf
00:25:14: internationale Ebene als Mediation bezeichnet wird, erfüllt diese Kriterien nicht.
00:25:19: Die verteiligten Akteure sind selten altparteilig die Teilnahme der Konfliktparteien ist nicht durchgängig freiwillig und auch die Drittpartei sind häufig nicht einmal von den Parteien mandaktiert.
00:25:31: an dieser Stelle eines strukturierten Prozesses treten, eher punktuelle informelle Verhandlungen statt dialogische Verständigung dominiert durch Druckanreize und strategische Interessen.
00:25:48: Und klar natürlich ist der Einsatz von Machtmitteln in internationalen Verhandlung historisch keineswegs neu aber Es stand immer in der klassischen Konfliktforschung ein stärkeres Bewusstsein für die begriffliche Trennung zwischen Mediation und machtbasierte Einflussnahme.
00:26:07: Und sobald politische, wirtschaftliche oder militärische Macht eingesetzt wird um Konflikparteien zu bestimmten Ergebnissen zu drängen also insbesondere zu solchen die den Interessen Dritter entsprechen, verlassen wir eigentlich dem Raum der Mediation.
00:26:25: Dann sprechen wir eigentlich von Machtpolitik oder Machtdiplomatie oder präzise Power-Diplomassie und wenn wir beides begrifflich gleichsetzen entsteht meistens ein doppeltes Problem.
00:26:38: Wir verbessern zum einen zentralen Begriff der Friedensohnkonfliktforschung aber wir auch erzeugen eine falsche Erwartung daran was mediation leisten kann.
00:26:49: Ich
00:26:50: wollte vielleicht noch einen kleinen... Du wolltest du deine nächste Frage sascha, ne?
00:26:53: Aber ich wollte noch ein... Nee
00:26:54: gar nicht.
00:26:55: Ich finde das Thema wichtig also ab einer eigenen Gedanken aber die man platt später.
00:26:59: Ja vielleicht so ein bisschen in den Gälen zu was Luxi gesagt hat und zurück kommt auch zur der Frage, die du hattest ist es jetzt realistischer, ne so kleinere Deals irgendwie so verbunden mit irgendwie anderen Anreizen?
00:27:11: Also, ich finde man kann gegenwärtig sehen das schon funktioniert dass Abkommen geschlossen werden.
00:27:17: Aber die Frage ist finde ich auch wie nachhaltig sind diese Abkommen und das hat uns eigentlich auch schon beschäftigt bevor Trump die Verhandlungsbühne betreten hat?
00:27:27: Das sehr viel?
00:27:28: oder lassen wir sagen der Großteil der Verhandlungen und Abkommen die geschlossen Werden halten nicht länger als zehn Jahre Und insofern glaube ich muss man da sehr, sehr vorsichtig sein.
00:27:40: Also zum Beispiel im Bezug auf die demokratische Republik Kongo um dann noch mal drauf zurückzukommen auch weil Trump der ja auch ein Friedensabkommen geschlossen hat in der jüngeren Geschichte in den letzten dreißig Jahren wurden dreißzig Abkommen beschlossen in Bezug Auf Die Demokratische Republik Kongo und trotzdem haben wir kriegerische gewaltsame Auseinandersetzungen, die das Leben der Leute im Kivu sehr stark beeinträchtigen.
00:28:03: Und ich finde dann muss man sich schon fragen okay Wie viel Relevanz haben dann diese Deals?
00:28:09: Also ich glaube schon, auch das jetzt nochmal auf die Perspektive von vor Ort zu kommen.
00:28:12: Dass es für viele Leute im Kiwo und auch im Kongo Hoffnung schafft und dass sie auch irgendwie auf Trump gucken.
00:28:20: aber Sie sehen auch irgendwie, dass es nicht so viel unmittelbar verändert.
00:28:23: gleichzeitig ist natürlich auch ein Referenzrahmen.
00:28:26: also es fangen jetzt an andere Akteure die Dialoge weiterzuspinnen oder sind damit beauftragtes Friedensabkommen umzusetzen.
00:28:37: Es ist auch eine wichtige Referenz, aber ich glaube es ist wirklich wichtig darüber nachzudenken wie erreicht man eigentlich nachhaltigen Frieden?
00:28:46: und da finde ich auch Hamatüribi Berghoff ne sehr sehr wichtige Rolle weil das so wie Bakshi das am Anfang auch eingeführt hat sind das zentrale Ansätze und auch Zielsetzung von Berghoffe mit der Transformation für die Transformation von Konflikten zu arbeiten.
00:29:03: und ich glaube, wenn es darum geht dass sich auch die Normen in Bezug auf Mediation oder vielleicht auch das mediationsverständnis stärker auflöst oder stärker irgendwie umstritten ist.
00:29:14: Auf welcher Normenbasis agieren wir?
00:29:16: Wohin wollen wie Gesellschaften transformiert sehen?
00:29:19: Ist es zwangsweise irgendwie eine Demokratie?
00:29:21: Solche Fragen werden momentan auch in der Mediationslandschaft diskutiert.
00:29:25: Auch das Mediationsverständnis löst sich so wie die Lachstelle, die es ja beschrieben hat.
00:29:29: Für mich, ich denke, es ist wichtig, dass Berghoff sozusagen sagen klar ist im Bezug darauf, auf welcher Basis operieren wir.
00:29:37: Welche Normen sind wichtig für uns und mit welchem Ziel arbeiten wir eigentlich?
00:29:42: Was ich nachvollziehen kann, das natürlich unlautere eigene Interessen unter dem Deckmantel eines neutralen Mediators auch in der Friedensmediazion einfach unschön sind und ein Problem mit sich bringen.
00:29:53: nur was sozusagen... dachte, was gut wäre zu überlegen.
00:29:57: Auch in dem Bereich wird es wahrscheinlich überlegt oder ist das eine Diskussion?
00:30:01: Diese Idee der Mediation von nachhaltigen Konfliktlösungen, dass diese Idee mehr geschützt wird indem man Abkommen-Deals vereinbarung die nicht lange gehalten haben dann irgendwie eher darum bemüht ist, dass das dann keine mediation waren und dass das so eine Diskussions um die Reinheit der Mediationsidee eine gewisse Bereitschaft mitzubringen, das ist in der Praxis so.
00:30:28: Auch Mediation schaffen nur halbgare Lösungen und es ist okay immerhin etwas und ein Schritt weiter.
00:30:35: aber da scheint mir dass das ein Thema ist also dass das problematisch erscheint.
00:30:41: Also problematisch ist es nur, weil wir jahrzehntelang damit beschäftigt waren zu erklären was eigentlich Friedensmediazion ist.
00:30:50: Wir bilden ja auch Menschen aus und müssen ja auch eine gewisse Klarheit nach außen präsentieren.
00:30:58: Was ist Friedens mediation?
00:30:59: Was ist nicht friedens mediations?
00:31:01: Es gibt ja unterschiedliche Instrumente der Konfliktbearbeitung.
00:31:04: Friedens Mediation ist nur ein Instrument unter vielen Erinnerungen.
00:31:08: Diplomatie ist oder andere Instrumente, Interventionen und so weiter.
00:31:14: Es gibt ja unterschiedliche Instrumerte und alle Instrumete machen Sinn aber die haben auch spezifische Kriterien und Charakteristika.
00:31:23: Und wenn wir dann nicht darüber im Klaren sind wie sollen dann Konfliktakteure das wollen?
00:31:31: Wie sollen sie eigentlich sich orientieren in dieser Launch?
00:31:34: diese Idee sozusagen, die kenne ich auch aus meinem Gebiet von Mediation.
00:31:38: Und ich habe schon den Eintrug oder würde darauf aufmerksam machen dieses jahrelang daran arbeiten deutlich zu machen was mediation ist hat auch ein versprechen mit abgegeben dass wenn das so gemacht werden würde dass das dann auch funktioniert.
00:31:57: und da hab' ich den eintrugg das is nicht so.
00:32:01: Also
00:32:01: ich würde, glaube ich prinzipiell auch sagen oder würde dir recht geben Sascha.
00:32:05: Das ist letzten Endes, würde ich sagen sind Abkommen daran zu messen welche Auswirkungen sie für die konfliktbetroffene Gesellschaft oder die Konflikt betroffenen Menschen haben.
00:32:17: aber ich glaub man sollte und dafür würde ich plädieren, man sollte nicht nur gucken wurde das Abkommen geschlossen sondern auch hat es einen Effekt on the ground ne?
00:32:26: Oder sozusagen auf die Gewaltentwicklung vor Ort und für wie lange
00:32:30: Stimmen wir auch zu kurzfristigen Stabilisierungsmaßnahmen, so wie Waffenstillstände.
00:32:37: natürlich retten sie leben und auch wenn die Bearbeitung der Konfliktursachen nicht unbedingt danach erfolgt.
00:32:46: Auch trotzdem ist es wichtig, humanitäre Korridore zu öffnen.
00:32:49: Kurzfristige Waffenstillstände auch zu ermöglichen und Menschenleben retten.
00:32:54: Klar natürlich würde ich immer irgendwie dafür sein aber es ist immer ein Bestandteil eines Prozesses.
00:33:01: Es ist nicht losgelöst davon.
00:33:03: Und es gibt natürlich auch die Diskussion innerhalb unseres Feldes wo auch zunehm argumentiert wird das parteiische Mediatoren also sogenannte Bayes-Medietis effizient sein, weil sie mit Druck anreizen oder auch notfalls mit Zwang schneller zu einem Deal gelangen.
00:33:23: Aber Effizienz!
00:33:25: ist nicht gleichfrieden.
00:33:27: Ein unter Druck ausgehandelter Vertrag ist noch lange keine Tragwege-Lösung, anders verhält es sich bei sogenannten Insidermediatoren also Akteuren aus dem Konfliktkontext selbst.
00:33:40: Sie sind nicht neutral im klassischen Sinne aber Ihre Einbindung sie zwangsläufig parteinah.
00:33:47: und dennoch können sie fair agieren Nicht durch Distanz sondern durch eine verantwortungsvolle Transparenz und ausgewohnte Gestaltung des Prozesses.
00:33:58: Es ist gut zu hören, dass das Diskussionen sind... Also die haben mir auch schon mit Abstand, also schon fast schon externer von Friedensmediationen bin ich jetzt nicht in den aktuellen Diskussion drin.
00:34:12: Gut zu hören dass das einfach aufgrund der politischen Weltlage thematisiert werden muss.
00:34:19: gerade finde ich ja auch soweit ich das nachverfolgt habe weil wir mit Deutschland ja einen Akteur haben, der sich für Friedensmediation und wirklich ins Zeug geworfen hat die letzten Jahre.
00:34:31: Und dort auch jetzt damit zu tun hat.
00:34:34: wie verstehen wir uns da?
00:34:35: Also wie wollen wir als Akteure auftreten?
00:34:38: und ihr seid in der Beratung und Unterstützung drin.
00:34:42: Wie sind denn für euch da vielleicht nochmal die wichtigen Punkte wenn ihr sagt diese Idee der normenbasierten Friedens mediation und das ist ja auch ein Terminus Im Alltag mittlerweile häufig gehandhabt wird, dass die normenbasierte Ordnung sich so im Auflösen begreift.
00:35:02: Was sind für euch die markanten Veränderungen, die anstehen?
00:35:05: Für euch als Friedensmediatoren vielleicht sogar auch aus dem deutschen Namen agierende Friedens-Mediatoren?
00:35:14: Ein zweilose Gedanken dazu.
00:35:16: Also das eine ist, dass ich denke die Veränderungen haben schon lange angefangen und ein Teil dieser Veränderung betrifft natürlich den deutschen und den europäischen Kontext.
00:35:24: Und das hat offensichtlich damit zu tun, dass eben mit dem Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine und die verändert herangehensweise Ansicherheit im deutschen Kontext und dass Sicherheit jetzt vorneblich, nicht ausschließlich aber vornehmlich eigentlich mit militärischen Mitteln und die militärische Maßnahmen in Zusammenhang gebracht wird.
00:35:51: Und das hat Auswirkungen, würde ich sagen, darauf wie unser Feld gesehen wird in der öffentlichen Wahrnehmung beispielsweise also wie zum Beispiel darüber... nachgedacht wird, ob Verhandlungen mit Russland sinnvoll sind.
00:36:05: Ob das in jedem Fall eine Instrumentalisierung von Verhandlingen bedeuten muss und auch wie wir sozusagen in der Eteraktion mit anderen Akteuren beispielsweise mit Diplomatien dass wir uns stärker irgendwie.
00:36:19: Wir müssen da rechtfertigen, aber in dem Zusammenhang.
00:36:21: Aber das ist natürlich auch mehr Nachfragen kommen so ... Wo seht ihr eigentlich den Impact?
00:36:26: Wo genau?
00:36:27: Was sind die Beispiele?
00:36:29: So vielleicht auch ein bisschen wie du jetzt irgendwie gefragt hast, ne?
00:36:31: Transaction ist nicht auch irgendwie ein relevantes Mittel.
00:36:35: Die Fragen verändern sich und wir müssen uns anders darauf Bezug nehmen.
00:36:39: Und es hat natürlich auch Auswirkungen auf die Geberlandschaft.
00:36:44: Also es hat ganz konkret Auswirkung auf die Mittel, die zur Verfügung stehen.
00:36:49: Wobei ich denke das ist nicht undiskriminiert und Friedensmediazion ist davon nicht vornehmlich betroffen.
00:36:56: aber so das größere Feld der zivilen Konfliktbearbeitung und der Friedensarbeit Lächci, willst du was sagen zu dem globalen Kontext?
00:37:04: Das war jetzt hier nur zu Deutschland.
00:37:06: Gänsten dazu also wenn ich heute auf die Landschaft der Komplettlösung blicke, fällt natürlich ein deutlicher Wandel ins Auge, wie du schon sagtest von einem wertebasierten Ansatz hin zur Transnationalismus und Realpolitik.
00:37:22: Natürlich das liberale Prinzwahl-Digma geprägt von Menschenrechten, Inklusion und andere Wert wie Übergangsjustiz hatte auch viele Schwächen, aber dennoch verfolgte es ein klares Ziel nachhaltigen Frieden zu schaffen in dem die Ursachen von Konflikten bearbeitet werden.
00:37:40: Heute dominieren natürlich kurzfristige Stabilität und nationale Interessen.
00:37:46: Verhandlungsprozesse werden reduziert auf temporäre Waffenstillstände Gefangenenaustausche und pragmatische Absprachen.
00:37:54: Und wie ich schon angedeutet habe solche Maßnahmen sind unverzichtbar und retten natürlich Leben und jedes gerettete Leben zählt, doch sie bleiben meist umzugleichen.
00:38:05: Und wenn es darum geht, dauerhafte und gerechte Lösungen zu erreichen, denke ich wäre es wichtig daranzuleiben.
00:38:12: Weil die Gefahr liegt auf der Hand.
00:38:14: Ungleichgewichte bleiben dann bestehen auch strukturelle Konfliktursachen werden nicht angedankt und nachhaltige Frieden drückt immer in weite Ferne.
00:38:24: Deshalb für mich ist das auch entscheidend und deswegen betone ich das auch immer wieder, dass Mediation Prinzipiengetreu und Partei, und eng natürlich an den Lebensrealitäten der Betroffenen ausgerichtet sein muss.
00:38:38: Sonst verliert sie auch ihre Wirkung.
00:38:41: Aber ihr habt es schon angedeutet, fringens Mediation steht vor einer kritischen Weggablung.
00:38:48: Wir leben heute in eine zunehmend fragmentiert Mediationslandschaft.
00:38:53: Es besteht hohe Druck auf Staaten und NGOs wie schon Carla angedeutet hat unsere Theory of Change auch zu präzisieren und Nachweis von Wirksamkeit und Effizienz auch zu bringen.
00:39:06: und traditionelle Akteure wie die UN oder die OSCE.
00:39:10: verlieren immer mehr Einfluss, auch multilaterale Strukturen leiten unter Vertrauensverlust, Legitimationskrisen.
00:39:19: Der ist absolut eine wachsende politische Handlungsohnfähigkeit.
00:39:23: Und das Vertrauen in die internationale Institution nimmt auch spürbar ab und regionale Mittelmacht-Mediatoren wie Qatar, Ägypten, Saudi Arabien, Oman, China gewinnen immer mehr Anbedeutung.
00:39:39: Und damit kommen auch neue Vermittlungslogiken ins Spiel.
00:39:43: Akteure wie China und Russland verfolgen eigene Modelle wie Development First also... handelt zuerst und schauen eher auf Entwicklungsmodelle oder Security-Fest, die häufig staatliche Souveränität nicht Einmischung und Top Down Ansätze betonen.
00:40:02: Dann gibt es aber natürlich auch wirtschaftliche Einflussnahme als diese sogenannte
00:40:07: Checkduch-Diplomatie
00:40:09: gezielt wirtschaftlichen Druckmittel oder Anreizungen eben schafft um Verhandlung so zu lenken Zu sagen falls kann man vielleicht irgendwie sagen, dass die internationale Ordnung immer mehr an Bindelkraft auch verliert und multilaterale Institutionen am Glaubwürdigkeit.
00:40:27: Wo Kooperation blockiert ist, dominiert Machtpolitik.
00:40:31: Kann
00:40:31: ich noch mal ganz kurz so eine nette Anekdote oder ein Beispiel einbringen zu dem was Laxie auch vorhin meinte das sich das Verständnis zur Mediation verändert oder dass es irgendwie auch sozusagen strittiger wird?
00:40:42: Ich war vor ein paar Tagen im Austausch
00:40:45: mit
00:40:46: einer Mediatorin, die im osteuropäischen Kontext mediert und auch von dort kommt.
00:40:51: Also für uns wäre sie eine Insider-Mediaterin.
00:40:54: Und sie hat nicht nur davon berichtet wie sich eben die Normen verändern in ihrem Kontext auf die Bezug genommen werden können also das beispielsweise lange Zeit Menschenrechte also sozusagen als Referenz
00:41:08: Punkte
00:41:08: innerhalb der Verhandlung sehr, sehr wichtig sind.
00:41:11: Aber heutzutage ist das einfach gar nicht gar kein Anknüpfungspunkt mehr ist, der so geteilt wird aber dass sich darüber hinaus auch das Verständnis von Mediation verändert nämlich, dass es lange Zeit irgendwie so diesen Konsens gab oder gerade vielleicht auch in der Ver Handlungslogik.
00:41:28: man versucht irgendwie win-win Lösungen zu finden oder Situationen zu schaffen.
00:41:34: Und das sie meinte, dass sie bei ihren Gegenübern im Bereich der politischen Mediation feststellt, dass es überhaupt nicht geteilt wird.
00:41:40: Sondern dass eigentlich die Vorstellung besteht oder auch bestehen kann, dass Verhandlungen eigentlich zu einem Gewinner oder einer Gewinnerin und einem Verlierer in einer Verliererin führen sollten.
00:41:50: Das fand ich sehr interessant.
00:41:52: genau, wer ist der Gewinner?
00:41:54: Wer ist der Verliera?
00:41:57: die ihr jetzt noch mal genannt habt, sind in eurem Aufsatz auf den ich gerne nochmal hinweise und auch den Show-Notes zeige.
00:42:03: Ja schon ausgeführt und machen deutlich das war für mich auch Anlass euch zu kontaktieren wie stark das Feld in Bewegung geraten ist Und... Ich finde da sind die Chancen einfach riesig auch oder einfach größer als die Probleme die das mit sich bringt Das Mediation so ein bisschen diesen Exklusivitätsstatus verliert eingebunden wird in die Aktionen der beteiligten Personen.
00:42:29: Das hat auch Nachteil, ich will das gar nicht wegrehen oder so aber ich sehe da die Chancen schon stärker und da kann es sein dass ist am Ende vielleicht und es ist aber völlig offen tatsächlich einfach eine Verhandlungssituation ist wo die Parteien, die Konfliktparteien unmittelbar einfach stark kompetitiv agieren und auch doppelbötig und allen drum und dran verhandlungsmitführende Mediationspartei tatsächlich einfach damit umgehen muss und auch eigene Interessen verfolgt, was ich ja finde in der Friedensmediation ja offensichtlich ist.
00:43:04: Weil das sind ja Konflikte wo wir ja kaum in so einer zusammengewachsenen Welt kaum noch Mediatoren finden würden die nicht interessiert sind dass das beruhigt wird.
00:43:13: und damit offensiv umzugehen und transparent oder zumindest direkt halte Ich für die mediation durchaus einen glücklichen Umstand als ein Problematischem im Ganzen mitachtet.
00:43:26: Falls eine Bemerkung dazu oder ein Gedanke, also ich glaube dass Mediatorinnen Interessen oder Trittparteien Interessen haben das war schon immer so.
00:43:36: Ich glaube das lag zurecht darauf hinweist, dass es unter Umständen nachhaltige Lösungen behindern kann.
00:43:42: Trotzdem haben wir auch diskutiert, dass es trotzdem auch Potenzial hat und das gegebenenfalls irgendwie das Erreichen eines Waffenstillstandes in jedem Fall für die Betroffenen eine große Errungenschaft sein kann.
00:43:54: Ich glaube was wir vielleicht jetzt noch nicht betont haben ist durch diese Polarisierung und dadurch das im geopolitischen Kontext und dadurch, dass Mediation auch stärker Interessen geleitet gedacht wird gibt's natürlich auch sehr viele Staaten wie Mediation für ihre außenpolitischen Interessen einsetzen.
00:44:14: Und das führt dazu, dass gegenwärtige Mediationslandschaften oder Kontexte häufig so aussehen, dass es eine unglaubliche Anzahl an Trittparteien gibt die unterschiedlichen Prozesse führen, beispielsweise im Sudan schätzungsweise fünf Formelprozesse wahrscheinlich zehn und mehr offizielle Tritt-Parteien darunter die UN, die EU, Ägypten, Saudi-Arabien und so weiter.
00:44:43: Und dann natürlich auch noch die ganzen informellen Prozesse, die dann reinkommen um bestimmte Konfliktstaycodes, die vielleicht jetzt noch nicht unmittelbar von den formellen Prozesen adressiert werden.
00:44:54: Die versuchen dann diese Lücke zu füllen.
00:44:57: Dann gibt es irgendwie verschiedene Ebenen... Es ist schon sozusagen sehr komplexes Unterfangen in unser Feld aber da nicht anders als jetzt zum Beispiel in der Entwicklungszusammenarbeit.
00:45:09: Aber unser Feld ist schon auch stark durch die Herausforderungen, der Koordinierung geprägt und diese Diskussion fühlen wir auch schon sehr lange.
00:45:17: also sozusagen wie koordinieren wir uns besser und stärker?
00:45:20: Und das wird natürlich doch die Proliverationen der Akteure nicht unbedingt einfacher und das ist schon für mich eine sehr große Herausforderung.
00:45:33: Wenn ich kurz einhaken darf Bascha
00:45:36: Also kurz und dann aber auch sozusagen mit dem Abgang, daher gar nicht einhakt.
00:45:40: Du hast das Schlusswort fast, Laxi?
00:45:43: Ich habe das Schlussfort!
00:45:45: Das ist aber schwer jetzt.
00:45:47: Also ich höre auch immer wieder diesen Einwand von Kollegen.
00:45:51: weiß jemals anders, machtzentrierte oder dealorientierte Ansätze hat es doch schon immer gegeben.
00:45:59: und ja das stimmt zumindest würde ich sagen teilweise.
00:46:03: die Geschichte internationale Konfliktbearbeitung war nie frei von Machtlogiken und wir wissen aber auch dass Was klassische Mediation ausmacht, unterscheidet sich auch grundlegend von solchen getriegenden Verhandlungsansätze.
00:46:17: Genau da verläuft für mich die entscheidende Trendlinie.
00:46:21: Selbst wenn wir die begriffliche Frage einmal beiseite lassen zeigt sich heute eine qualitative Verschiebung also was früher die Ausnahme war.
00:46:32: Nationale Deals in akuten Krisensituationen ist zunehmend zur Regel geworden und kurzwürstige, interessengeleitete Feinbarung regnen das Geschehen.
00:46:42: Während langfristige Perspektiven nachhaltige Friedensgestaltung also piecebilding systematisch in den Hintergrund treten es ist nichts mehr nur ein Spannungsverhältnis würde ich sagen zwischen Ideal- und Realität.
00:46:56: ist es irgendwo auch eine Verschiebung der Realität selbst?
00:46:59: Damit zeigt sich auch sozusagen in eurem oder auch mediatorischem Mediationsfeld das, was wir generell als Zeitdiagnose haben.
00:47:08: Dass die Sicht wirklich kürzer wird und wir nicht mehr diese Obnomen basiert oder das, womit wir groß geworden sind dass das noch so läuft sondern Wir sind tatsächlich mitten im Strudel und am Wandel.
00:47:21: Ja Das was wir schlichtweg hoffe ich bei Konfliktparteien erleben betrifft auch uns selbst.
00:47:29: Das war eine gute Idee von mir, euch einzuladen.
00:47:31: Weil das ein ganz tolles Gespräch war!
00:47:34: Vielen Dank, dass ihr Einblick gegeben habt und wirklich nur Einblick, ein ganz umfangreiches Feld.
00:47:39: Ich empfehle jedem Kollegen auch den Aufsatz zu lesen weil der wirklich eine Klarheit hat und ne Vierschichtigkeit dabei behält.
00:47:47: Das war wohltuend.
00:47:49: Vielen Dank!
00:47:50: Vielen dank,
00:47:51: herzlichen Dank Brie.
00:47:52: Vielen dank für die Einladung
00:47:54: Und ich freue mich wenn ich das in einigen Monaten oder Jahren, wenn wir ein bisschen Abstand wieder zu heute haben und neu darauf gucken können dann wiederholen kann.
00:48:05: Ich drück euch die Daumen und wünsche euch eine gute Zeit und vor allen Dingen wirklich gute Mediationsprozesse.
00:48:10: Vielen Dank!
00:48:12: Vielen Dank dir auch alles Gute!
00:48:14: Ciao.
00:48:15: mein Gespräch mit Carla Schrammel und Lakshi Vimalarajah zum Thema Friedensmediation und wie sich das Feld in Bewegung befindet nicht nur bei den Medianten sondern auch für Mediatoren ganz neue Fragestellungen sich eröffnen.
00:48:33: Wenn dir die Episode gefallen hat, dann hinterlasst doch ein Feedback und eine Sternebewertung, sagt dein Kollegen Bescheid dass hier getrocknet wird.
00:48:40: zur Mediation und bis zum nächsten Mal.
00:48:44: Kommt gut durch die Zeit!
00:48:45: Ich bin Sascha Waage, Dein Haus von Inkofema dem Institut für Konflikt- und Verhandlungsmanagement und traut mal für professionelle Mediationen zum Coaching Ausbildungen.