In dieser Folge sprechen wir über Problemscham und Lösungskränkung in Beratung, Coaching und Mediation. Wir erläutern, wie Beratende Scham durch Anerkennung, aufmerksames Zuhören und eine Betrachtung des persönlichen Kontexts verringern können und warum vorschnelle Ratschläge Klienten kränken können. Außerdem geht es darum, gemeinsam Lösungswege zu erkunden, Gespräche behutsam zu lenken und einen verlässlichen Rahmen für die Beratung zu schaffen.
Dr. Hans-Joachim Gerks erläutert, wie digitale und persönliche Kommunikation in Veränderungsprozessen zusammenwirken: Digitale Kanäle eignen sich für schnelle, breite Information, während Präsenzgespräche bei tiefgreifenden Veränderungen Unsicherheit und Ängste besser auffangen können. Er empfiehlt, frühzeitig, regelmäßig und über verschiedene Ebenen hinweg zu informieren, auch wenn Entscheidungen noch offen sind, und Rückmeldungen der Beschäftigten einzuholen. Außerdem spreche ich auch bei Veränderungsprozessen die Verlusterfahrungen an. Sie sind wichtige Treiber bei der Bearbeitung von Konflikten. Veränderungen können auch bei Wachstum als Verlust erlebt werden, wenn sich die Organisationskultur wandelt.
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Werner Vogd über Krankenhäuser als Organisationen unter dauerhaftem Druck und über seinen Aufsatz „Sisyphos im Krankenhaus“. Wir ordnen die Entwicklung des Krankenhauswesens mit Ökonomisierung, Regulierung und Verrechtlichung ein und beschreiben den daraus entstehenden Kosten- und Prüfungsdruck.Wir sprechen außerdem über Personalnot, verdichtete Arbeit und die Folgen für Besetzungen und Abläufe. Ein weiterer Schwerpunkt ist Vogds Perspektive auf Medizin, Recht, Wissenschaft und Ökonomie als Systeme mit eigener (Funktions-)Logik sowie auf Führung, unlösbare Managementaufgaben und soziale Dynamiken wie Sündenbockmechanismen.
In dieser Folge sprechen wir über Schlichtung im Bereich von IT-Projekten und ordnen sie im Feld der Konfliktbearbeitung ein. Wir betrachten, wie Schlichtung in der Praxis funktioniert und welche Rolle sie im Verhältnis zu Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit und staatlichen Gerichtsverfahren spielt.
In dieser Folge sprechen Jörg Schneider-Brotmann und ich mit Christiane Händel und Ulrich Hagel über eine Nutzerumfrage zu Mediation und außergerichtlicher Streitbeilegung. Diese Umfrage hat der Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft (RTMKM). Wir sprechen über die Durchführung der Studie und die wichtigsten Ergebnisse, darunter eine hohe Zufriedenheit mit dem Verfahren und viele Fälle mit erfolgreicher Vereinbarung. Außerdem diskutieren wir, welche Rolle Mediation in Unternehmen spielt und warum die Perspektive der Nutzer für die weitere Entwicklung wichtiger werden soll.
In dieser Folge sprechen wir über gerichtliche Konfliktbearbeitung und darüber, wie neue Technologien in der Justiz eingesetzt werden. Im Mittelpunkt steht das Projekt CourtnAI aus dem Niedersächsischen Justizministerium, das 2025 den Digital Justice Award gewonnen hat.
Im Gespräch mit Dr. Fabian Bernhard geht es um Rache als Reaktion auf Unrecht und um ihre Verdrängung aus moderner Rechtssprache und öffentlichem Diskurs. Bernhard erläutert die historische Trennung von Recht und Rache, ihre starke Präsenz in Popkultur und Fantasien sowie Formen von Konfliktregelung durch Ausgleich und Wiedergutmachung. Am Ende spricht das Gespräch auch über politische Rhetorik, die Gefühle von Verlust und Ungerechtigkeit aufgreift.
In dieser Folge spreche ich mit Miriam Wiedemann über ihren Beitrag zur Frage, warum wir über radikalisierte ältere Personen sprechen müssen. Im Mittelpunkt steht ein Phänomen, das bisher wenig beachtet wurde: ältere Menschen, oft ab etwa 50 oder 60 Jahren, geraten zunehmend in digitale Radikalisierungsprozesse.