#285 GddZ - Empathie und Mediation. Im Gespräch mit Prof. Fritz Breithaupt
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GAST: Fritz Brreithaupt
Professor für Germanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft und Kognitionswissenschaft an der Indiana University Bloomington.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf narrativem Denken, Empathie und experimentellen Geisteswissenschaften.
Er war kommissarischer Dekan des Hutton Honors College, Direktor des Studiengangs Westeuropastudien und Co-Direktor eines EU-Exzellenzzentrums.
Breithaupt promovierte 1997 an der Johns Hopkins University. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Werke über Goethe, Erzähltheorie und (die dunklen Seiten der) Empathie, Überraschung, Ausrede und Gewalt.
Kapitel:
0:08 Einstieg in Empathie und Mediation
5:11 Mediation als Paradox
9:49 Anhörung statt Kompromiss
23:30 Empathie fördert Parteilichkeit
31:29 Viele Formen der Empathie
Zusammenfassung
Das Gespräch behandelt Empathie als zentrales Thema auch für die Mediation und fragt, warum das Verfahren trotz guter Erfahrungen oft nicht genutzt wird. Breithaupt reagiert auf das „Mediationsparadoxon“ und betont, dass schon der Begriff Mediation für Konfliktparteien abschreckend wirken kann, weil sie zunächst gehört werden und ihre eigene Position bestätigen wollen. Dieser Impuls ist grundlegend und kommt in der Selbstbeschreibung von Mediation viel zu kurz.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Empathie: Sie führt im Konflikt laut Breithaupt nicht automatisch zu gegenseitigem Verständnis, sondern kann bestehende Parteinahmen und Polarisierung verstärken. Außerdem wird die schwierige Rolle der Allparteilichkeit von Mediatoren thematisiert, die vor allem davon abhängt, wie sie von den Beteiligten wahrgenommen werden.
Am Ende wird Mediation als Verfahren beschrieben, das neben Einigung auch Anerkennung, Anhörung und eine erzählbare Erfahrung braucht. Viele Betroffene erinnern eine Mediation erst dann als gelungen, wenn sie daraus eine passende Geschichte machen können.
38:36 Was Mediatoren wirklich tun
51:17 Erstes Zuhören im Einzelgespräch
58:17 Erzählen, was geblieben ist
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