00:00:00: Wir können, wenn wir uns mit Interkulturalität beschäftigen nicht nur auf Wahrnehmung schauen und auf die interkulturellen Aspekte, die wir so zu sagen reflektieren.
00:00:11: Wir müssen ganz praktisches Handwerkszeug haben!
00:00:14: Und das lernt ihr, wenn ihr Konfliktmanagement- und Mediationen lernt – und er hat alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damals in die Mediationsausbildung geschickt.
00:00:42: Herzlich Willkommen zum Podcast.
00:00:43: Gut durch die Zeit.
00:00:44: der podcast rund um Mediation konflikt Coaching und Organisationsberatung ein Podcast von Incofema.
00:00:50: Ich bin Sascha Weigem
00:00:51: begrüße
00:00:52: dich zu einer neuen Folge.
00:00:54: Die heutige Folge dreht sich um Kultur Fragen interkulturalität in der mediation vorrang ich in der mediation denn dort kommt es zu Konflikt Bearbeitungen und der Anlass sind Konflikte und nicht selten auch und unterschiedlicher kultureller Herkünfte.
00:01:15: Und was das bedeutet?
00:01:17: Was für das Aufkommen von Konflikten bedeutet, aber auch die Bearbeitung von Konflikten und damit auch für die Mediatoren in ihrer Vermittlungsarbeit wird das heutige Thema sein.
00:01:28: Ich habe mir dazu eine, wenn ich die kompetente Expertin eingeladen, die im deutschsprachigen Raum zum Thema interkulturelle Mediation Arbeitet.
00:01:39: herzlich willkommen Claude Helene Meyer.
00:01:42: Ja, herzlichen Dank für die Einladung zu dem Podcast heute.
00:01:47: ich freue mich sehr.
00:01:49: Ich bin ganz besonders weil ich habe lange auf diese Episode sozusagen nicht nur gewartet das ist gar nicht mal so richtig sondern hingearbeitet.
00:01:58: es gibt wenige die So breit gefächert dass thema ausfalten wie Du das in deinen Publikationen gemacht hast, die eben auch im Schnittpunkt von Praxis und akademischer Lehre stehen.
00:02:14: Wo kommt das her?
00:02:14: Und auf welcher Basis arbeitest du da?
00:02:17: Du bist momentan in Afrika, Johannesburg wo du deine oder auch eine Professur hast.
00:02:24: Auch dort muss ich ja sagen und daher vielleicht paar Worte zu dir und dann wird auch ganz schnell klar dass du in dem Thema Zuhause bist
00:02:33: Ja, gut.
00:02:34: Ganz herzlichen Dank!
00:02:35: Erst mal bekomme ich ganz oft die Frage gestellt ob ich vielleicht Französin bin?
00:02:39: Nein das finde ich nicht.
00:02:40: Ich bin wirklich Deutsche und habe einen polnisch-denischen Hintergrund kulturell aber keinen französischen nur einen französischen Namen.
00:02:49: Wie komme ich zur Interkulturalität?
00:02:51: Ich habe mich immer schon für Kulturen interessiert und als ich in Deutschland aufgewachsen bin habe ich in einem Viertel gewohnt hauptsächlich mit türkischen mit Bürgerinnen und Mitbürgern und Jugoslawischen in der Zeit.
00:03:07: Und entsprechend habe ich mich ganz früh schon mit Kultur auseinandergesetzt, irgendwann habe ich dann entschieden, Ethnologie zu studieren und interkulturelle Didaktik.
00:03:17: Denn ich wollte wissen wie gehen wir am besten mit Gruppen im Lehrsystem um die interkulturell sind?
00:03:25: Da habe ich bei einem Professor gelehrt, Prof.
00:03:27: Flexig, der gesagt hat Mensch, also wenn ihr interkulturell arbeiten würdet und wollt dann müsst ihr unbedingt mediaturin werden.
00:03:38: Und er war seinerzeit wirklich total voraus muss ich sagen und von daher kam ich aus der interkulturellen Ecke und habe dann Konfliktmanagement und Mediation gelernt das war im Jahr two-thausend eins und habe also Mediation immer aus dieser Perspektive der Interkulturalität betrachtet weil das eben eigentlich mein erstes Feld war
00:04:00: Und damals schon auch direkt Mediation im Blick gehabt.
00:04:05: Ja, genau!
00:04:06: Also weil dieser Professor der war so fortschrittlich an der Universität Göttingen damals, der gesagt hat wir können wenn wir uns mit Interkulturalität beschäftigen nicht nur auf Wahrnehmung schauen und auf die interkulturellen Also Aspekte, die wir sozusagen reflektieren.
00:04:24: Wir müssen ganz praktisches Handwerkszeug haben und das lernt ihr wenn Ihr Konfliktenmanagement und Mediationen lernt und er hat alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damals in die Mediationsausbildung geschickt.
00:04:37: Und ich fand es wahnsinnig fortschrittlich.
00:04:39: also wer hat das aus Uni Perspektive vor fast dreißig Jahren gemacht?
00:04:45: Und entsprechend sind wir dann alle geschult worden und haben sozusagen die Mediation in unser interkulturelles Feld eingebaut.
00:04:53: Und gleichzeitig natürlich mediiert, und Konflikte gelöst aus dieser interkulturellen Perspektive heraus.
00:05:03: Die Frage ist schon bislang hat sich schon angedeutet bei dem was du sagst.
00:05:07: Gibt es etwas... überall die unterschiedlichen Kulturen hinweg an Werkzeug benötigen, um interkulturell zu arbeiten?
00:05:17: Oder ist das etwas was immer nur mit den Kulturenen zu tun hat, die wir persönlich kennengelernt haben.
00:05:25: Ich hatte vor kurzem hier unseren Kollegen Christian von Baumbach der war halt in Japan lange Zeit und hat sich für diese Kultur mehr als interessiert es da eingetaucht und kann in diesem Rahmen jetzt interkulturell arbeiten.
00:05:39: Und die Frage sozusagen kann man dann auch in anderen Kulturen, die man nicht derart kennt interkulturell arbeiten weil mein Handwerkszeug ein Verständnis entwickelt hat das eben unabhängig von der einzelnen konkreten Kultur ist.
00:05:56: Die man noch als zweites erschlossen hat.
00:05:59: sagen wir mal so
00:06:01: Ja, das ist eine gute Frage und eine sehr spannende.
00:06:05: Und eine die bis heute in der Wissenschaft natürlich extrem diskutiert ist aber auch für die Praxis sehr relevant ist.
00:06:11: denn ich bekomme diese Frage immer wieder gestellt wie können wir zum Beispiel wenn wir nicht in bi kulturell oder multikulturell aufgewachsen sind?
00:06:19: Wie können wir dann interkulturell mediieren?
00:06:22: Und aus wissenschaftlicher Perspektive ist es wirklich so, dass man sagt wir haben zwei Bereiche der interkulturellen Kompetenz.
00:06:30: Einmal haben wir die generelle interkulturelle Kompetenz, die sich zusammensetzt aus.
00:06:35: beispielsweise empathischem Vorgehen in interkulturellen Kontexten oder aber auch den empathischen Umgang mit Vorurteilen und Stereotypen, das allgemeine interkulturelle Wissen die inter kulturelle Wahrnehmung, die wir allgemein auch generell schulen können.
00:06:53: Und entsprechend sagt diese Richtung der Forschung und auch der Praxis, wir können eigentlich alle interkulturell mediieren und Konflikte lösen.
00:07:02: Denn wir brauchen eine allgemeine Wahrnehmung die geschärft ist auf die Interkulturalität – die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten!
00:07:23: Kulturspezifische interkulturelle Kompetenz, so wie der Kollege in Japan war oder sich damit lange beschäftigt hat.
00:07:32: Und dann haben wir eine ganz geschulte und spezifische Kulturkompetenz die uns in interkulturellen Konflikten helfen kann.
00:07:41: Wenn du jetzt nach meiner Meinung
00:07:43: fragst...
00:07:45: Ich glaube beides
00:07:47: ist richtig.
00:07:48: Ich frage dich danach aber ich weiß auch dass es schwierig ist sich zu entscheiden, also und dass es vielleicht gar nicht geht für das eine oder das andere so absolut zu entscheiden.
00:07:58: Aber ja genau wo stehst du bei der Frage?
00:08:03: Ja ich glaube wir brauchen wirklich eine integrative Kompetenz.
00:08:06: Also alle Menschen die zum Beispiel im deutschsprachigen Raum Konflikte lösen Mediatoren sind und auch interkulturelle Konflikte sozusagen sehen oder auch mit diesen Arbeiten können das natürlich tun.
00:08:22: Und wir können uns ja nicht auf die ganze Welt vorbereiten, sozusagen, oder die ganzen kulturellen Aspekte kennen, die uns so begegnen – auch im deutschsprachigen multikulturellen Kontext.
00:08:33: und von daher denke ich dass erst mal jede Person interkulturelle Konflikte lösen kann, wenn sie dazu offen ist mehr zu lernen und sich sozusagen empathisch auf andere kulturelle Aspekte einstimmt.
00:08:47: Auf der anderen Seite kann ich aber auch sagen dass wenn wir ganz bestimmtes kulturspezifisches Wissen haben das wir dann natürlich auch ein tieferes Verständnis vielleicht entwickeln können Und das wichtigste bei dieser kultur spezifischen Kompetenz ist meiner Meinung nach wirklich die Sprachkompetenz.
00:09:06: Also wenn wir sprachlich in eine andere Kultur eintreten, erfahren wir natürlich auch mehr die darunter liegenden Werte.
00:09:14: Die Handlungsoptionen das Denken der Menschen aber auch vielleicht die Gefühlsaspekte und dann kann es schon sein dass wir innerlich ein größeres kulturelles Verständnis haben als Mediatorin um mit den Konflikten umzugehen.
00:09:30: Wo erlebst du in deiner Praxis Und da ja auch bewusst auf die Praxis zielend liegt, so der Mehrwert oder die wichtigste Funktionalität und Bedeutung wenn wir als Mediatoren interkulturell arbeiten können weil wir andere Kulturen erlebt haben.
00:09:53: Und bestenfalls auch sozusagen nicht nur im erwachsenden Leben wissend sehend angeeignet sondern vielleicht dort aufgewachsen ist auch ein Teil.
00:10:05: Ist es etwas, was für uns wichtig ist als Mediatoren?
00:10:09: Dass wir für uns ein Verständnis haben?
00:10:12: ich kann auch die andere Seite, die andere Kulturseite verstehen.
00:10:17: oder ist es funktional für die Konfliktparteien wichtig sich anzuschließen weil sie merken dort ist eine Vermittlerin die macht den Eindruck dass sie meine Kultur auch versteht.
00:10:31: Es hat wirklich beide Seiten.
00:10:33: Also einerseits ist es wichtig für unsere intrapsychologische Kompetenz, dass wir wissen okay wir sind sicher hier wir verstehen oder meinen zumindest zu einem Großteil zu verstehen worum es den anderen Personen geht auch vielleicht das Wissen zu haben wie funktionieren Konfliktlösungen in dieser anderen Kultur oder den Kulturen mit denen wir uns auseinandersetzen und dadurch auch vielleicht unsicherer zu fühlen in der interkulturellen Konfliktlösung.
00:11:01: Also einmal hat es diesen Aspekt natürlich für uns selber auch vielleicht ein größeres Verständnis zu erlangen, also kognitiv und aber auch sicherer zu fühlen, effektiv und dann im Verhalten die eher angemessenen Werkzeuge und Tools der Konfliktlösungen auch einzusetzen weil wir wissen... dieses eine Tool oder das andere funktioniert vielleicht besser in der kulturellen Konstellation.
00:11:25: Obwohl es natürlich immer ne Zusammensetzung ist zwischen Person und kulturellem Hintergrund, aber dann ist es ganz wichtig auch für unsere Konfliktparteien oder unsere Mediandinnen dass sie den Eindruck haben ja wir sind kompetent!
00:11:41: Wir versuchen zu verstehen... Das ist wirklich wichtig und vielleicht verstehen wir sogar auch Und manchmal ist es aber auch gut, genau diese Kombination zu haben.
00:11:50: Wir sind nicht Teil der Kultur-der-Konfliktparteien, aber gleichzeitig haben wir dieses Verständnis weil wir vielleicht eine größere Neutralität haben was die Werte betrifft und was die Lösungen betriften.
00:12:02: Also es hat wirklich diese Vorteile auf unterschiedlichen Ebenen Einmal des Mehrwissens Aber auch vielleicht das von außen kommen und gleichzeitig über dieser Außenperspektive die ethische Perspektive auch zu verstehen.
00:12:21: Du hast das in einem Nebensatz gerade schon angedeutet, die Richtung, die ich noch mal gehen will?
00:12:25: Das ist vielleicht so ein Schritt zurück bevor es zur Konfliktbearbeitung kommt durch Vermittlerinnen.
00:12:32: welche Bedeutung hat diese kulturelle Logik oder kulturellen Logiken zur Entstehung von Konflikten.
00:12:41: also was wird als konflikt wahrgenommen?
00:12:43: wie werden Dann erste Reaktionen der Konfliktparteien geplant oder intuitiv ausgeführt, die dann zur Eskalation führen.
00:12:54: Häufig vielleicht auch in anderen Kulturen mit der Idee eigentlich eine Lösung zu präsentieren, die aber eben so einseitig ist.
00:13:03: Welchen Einfluss hat das für die Konfliktenstehung?
00:13:07: diese unterschiedlichen kulturellen Verständnisse und welche gibt es da noch?
00:13:14: die dir auch gelorfen sind aufgrund deiner vielfältigen kulturellen Prägung.
00:13:19: Ja, also das ist echt eine komplexe Fragestellung denn wie wir Konflikte wahrnehmen und wann wir sie wahrnehmen – auch was wir überhaupt als Konflikt beschreiben ist natürlich persönlich aber auch kulturbedingt!
00:13:33: Und in vielen Kulturen nutzen wir den Begriff Konflik gar nicht.
00:13:38: ich habe ja viel Forschung dazu in Ostafrika gemacht vor einigen Jahren Wie auch in Südafrika sprechen wir ganz selten von Konflikten überhaupt, sondern eher von eventuellen Missverständnissen.
00:13:51: Vielleicht aber auch Kommunikations-Herausforderungen.
00:13:55: Oftmals wird es sehr positiv ausgedrückt was überhaupt vielleicht dann als Konflikt wahrgenommen ist und da fängt es schon an bei der Sprache Und entsprechend wird ganz oft gar nicht ausgedruckt dass es ein Konflkt gibt Sondern über Konflikte wird vielleicht sogar geschwiegen Ja, so dass es erst mal gar nicht so leicht ist von außen wahrzunehmen.
00:14:15: Ist da jetzt ein Konflikt oder ist da keiner?
00:14:18: Und wir können dann auch gar nicht direkt fragen sondern wir müssen uns langsam über indirekte Sprechweisen vielleicht sogar Metaphern annähern was ein konflikt ist oder ob das ein Konfekt ist.
00:14:30: und also ich bin dazu übergegangen zu sagen Wir haben's mit einem Konflik zu tun wenn eine Person der Auffassung Es handelt sich um einen Konflikt, auch wenn die andere gar nicht diese Auffassung hat.
00:14:44: Sobald man sozusagen eine Person hat, dir ein Konflkt wahrnimmt dann würde ich sagen wir können von einer Konflikte Wahrnehmung oder einem Konflekt sprechen.
00:14:54: und diese Unterschiede.
00:14:55: wie Menschen jetzt Konflikte wahrnehmen haben wir ja auch auf der persönlichen Ebene.
00:15:00: Der eine sieht den Konflakt, der andere sagt das ist gar keiner.
00:15:04: Und auf kultureller Ebene Hat man sich dann eben darauf verständigt, was sind Konflikte?
00:15:09: Was sind vielleicht keine Konflkte.
00:15:12: In vielen Kulturen handelt es sich um Konflikte.
00:15:16: wenn wir eine Disharmonie wahrnehmen zwischen den unterschiedlichen Menschen und schon dann wird das als Konflikt wahrgenommen sobald die kleinste Disharmonie ja dass nicht mehr gemeinsame auf einer Wellenlänge sein wahrgenommen wird.
00:15:33: ich würde sagen im deutschsprachigen Kontext sprechen wir da oft noch gar nicht von Konflikt, sondern vielleicht ja es gibt eine unterschiedliche Meinung dazu.
00:15:44: Ja also wenn wir da nicht so nervös oder haben nicht die Befürchtungen wenn wir das Konflikten nennen was damit drauf wird uns ist dass dann erst die Möglichkeit überhaupt tätig zu werden.
00:16:04: Aber ich hab den Eindruck auch oder die Vermutung, dass etwas nicht konflikt zu nennen ist ja schon aus unserer Perspektive Konfliktbearbeitung.
00:16:16: Mit der Befürchtung wenn wir es nicht so hoch aufhängen dann können wir besser damit umgehen.
00:16:24: Dann ist das vielleicht nur noch eine Disharmonie und dann ist es ein Missverständnis und wir können uns wieder verstehen... Also hat ja schon was Bearbeitungs Mäßiges, ob wir es so nennen oder nicht.
00:16:38: Und das Phänomen merke ich auch in hiesigen Gefielten hier zum Beispiel bei der Frage ist das jetzt Mediation?
00:16:47: Oder reden wir einfach nur darüber?
00:16:49: Weil mediation ist schon wirklich bedeutsam da ist dann ein Konflikt dar und wenn was anders bezeichnen noch nicht so bedeutungsvoll Dann können wir irgendwie besser damit umgehen.
00:17:03: Ja,
00:17:03: genau.
00:17:04: Da würde ich zustimmen!
00:17:06: Genau also dass man so niedrigschwellige Ansatz hat sozusagen.
00:17:10: Ich glaube der kulturelle Unterschied oder einer der Unterschiede ist hier das im deutschsprachigen Raum.
00:17:15: wenn wir etwas direkt benennen dann ist es für uns oftmals auch ein ansatz der handlung und in vielen anderen Kulturen ist die Handlung nicht unbedingt angeschlossen an die Benennung von etwas Und da würde ich dir sozusagen zustimmen.
00:17:34: Wir befinden uns in einem kulturellen Raum, wo Konflikte nicht direkt angesprochen werden.
00:17:38: Dann muss man erst mal um den ganzen Kontext sprechen und dann vielleicht irgendwie innerlich zu erfahren, oh, da könnte eine Schwierigkeit liegen.
00:17:47: Und dann ist aber wirklich der nächste Schritt nicht oftmals nicht direkt in die Handlung zu gehen und den Konflikt zu lösen sondern erstmal ganz vorsichtig wahrzunehmen wie gehen wir jetzt weiter damit um?
00:17:58: Und in unserem deutschsprachigen Kulturraum sind wir ja oftmals darauf trainiert, relativ schnell Lösungen zu finden und Konflikte aufzulösen.
00:18:11: Damit umzugehen dann auch handlungsorientierend zu sein.
00:18:15: Das ist ja in vielen Kulturen nicht unbedingt der Fall.
00:18:18: Viele Konflikte – ich glaube es gibt Forschung!
00:18:20: Da sagt man, dass sich die Konflichte weltweit gar nicht ausgetragen
00:18:26: werden.
00:18:27: und schon aufgrund der unterschiedlichen.
00:18:31: Das beides seiten sich jetzt bewusst, wir haben den Konflikt und hinsetzen und dem bearbeiten das finde ich ja auch die Besonderheit an diesem Beratungsverfahren Mediation.
00:18:44: Die Beratung heißt setzt euch doch an einen Tisch.
00:18:47: Ich komme mit dazu als Mediator besprechen und klären, indem wir das ganz direkt angehen.
00:18:56: So zumindest wie hiesige Art und Weise von Mediation verstanden wird.
00:19:00: Das ist ja schon für diese Kulturkreise kann ich mir vorstellen höchst direktiv und konfrontativ selbst wenn man einen runden Tisch hat und kein Vieräckigen.
00:19:13: aber es bleibt eine Konfrontation
00:19:17: Ja, absolut!
00:19:18: Und es braucht ja auch ganz viel Selbstreflexion irgendwie.
00:19:22: Es braucht ja bewusst sein... ...es braucht den Willen sich mit anderen auseinanderzusetzen und die Möglichkeit in der hierarchischen Lage sozusagen der Situation.
00:19:35: In vielen Kulturen ist es gar nicht möglich sich über hierarchische Stufen hinweg oder in Organisationen zwischen Chef- und Mitarbeiter beispielsweise gemeinsam zusammenzusetzen.
00:19:48: Das ist ja auch eine kulturelle Frage, ob das möglich ist.
00:19:52: und Mediation?
00:19:54: Ja dazu gibt es Forschung in anderen kulturellen Bereichen.
00:19:58: Mediation wird dann oft auch als Beratungsansatz gesehen zum Beispiel in asiatischen Kulturen wo dann eher gesagt wird wie man zu lösen hat Aber nicht so sehr ein gemeinsames Gespräch, wie wir es eigentlich in der transformativen Mediation ja gerne sehen.
00:20:14: Also wobei auch einen Lerneffekt vielleicht sogar daraus ziehen.
00:20:19: Da würde ich mir jetzt vorstellen das hat Gesichtsverlustcharakter wenn man das so direkt machen würde an... in so transformativ auch, dass es wie ein Gesichtsverlust mit sich bringt und das der Ratschlag von einem neutralen dritten eher gesichtswahrend ist.
00:20:37: Und gar nicht sozusagen von oben herab sondern... Das is ne hilfreiche Vermittel also hilfreicher Brückenschlag
00:20:48: Genau!
00:20:49: Also so würde ich's auch sehen, daß es sicherlich einen Aspekt und dann gibt es einfach ja in vielen Kulturen nicht diese direkte Auseinandersetzung oder direkte Diskussion über Meinungen und auch Befindlichkeiten.
00:21:03: Das kann dann in anderen kulturellen Kontexten vielleicht mitgeteilt werden, aber dann vielleicht auch nicht direkt an einem Tisch sondern eher in einer Art Pendelmediation.
00:21:15: Das sehen wir ziemlich häufig Das gibt es im asiatischen Kontext, das gibt es aber auch in afrikanischen Konteksten.
00:21:22: Dass man aufgrund bestimmter hierarchischer Gegebenheiten oder aber auch Gesichtsverlustbefürchtung sich nicht direkt an einen Tisch setzt sondern über ein Dritten wie in einer Pendelmediation mediiert wird.
00:21:38: Das führt zu völlig unterschiedlichen Arbeitsweisen von Mediatoren also wo Techniken Interventionen die wir hier so als mediatorische Standard-Instrumente verstehen, dass sie im interkulturellen Kontext gar nicht so unproblematisch genutzt werden können sondern wirklich angepasst genutst werden sollen.
00:22:04: Was heißt denn das für Mediation als solches?
00:22:07: Dieses Verfahren allgemein nach... Ich sag jetzt mal westeuropäischem Verständnis amerikanischer Entwicklung auch, wo sozusagen diese moderne Mediation ihren Ausgangspunkt hat.
00:22:20: Das ist ja dann eher regional begrenzt und ein westeuropeisches Verständnis wenn ich es mal so... dass was in deutschen europäischen Gesetzen steht was mediation ist das wäre woanders so nicht gesetzt geworden
00:22:40: Genau, also da würde ich auf jeden Fall zustimmen.
00:22:43: Es gibt dann unterschiedliche Ebenen in der interkulturellen Mediation.
00:22:48: Also einmal können wir auf Struktur von mediation schauen und sagen okay In westlichen Kontexten haben wir oft Phasenmodelle von Mediation Die sind relativ strukturiert es gibt eine bestimmte zeitliche Begrenzung die Rolle der Mediatoren und Mediandinnen ist definiert Und in anderen kulturellen Kontexten wären die unterschiedlich.
00:23:08: Die Strukturgabe wäre unterschiedlich, es gibt vielleicht keine Phasen.
00:23:13: Es gibt Phasene, die sich an Status orientieren aber nicht an struktureller Vorgehensweise.
00:23:19: Die mediannten Rolle und Mediaturinnenrolle sind anders definiert.
00:23:25: ja Das würde das bedeuten dass man so zu sagen vielleicht von der Struktur von Mediation wie wir es normalerweise leeren und lernen
00:23:33: Abstand
00:23:34: nehmen könnte oder müsste, um dann an eine vielleicht Lösung oder Aufklärung zu kommen.
00:23:42: Und dann natürlich gibt es auch Unterschiede in der Anwendung wie du es gerade gesagt hast, der Techniken und Methoden von Mediation.
00:23:51: Also mittlerweile nach vormundzwanzig Jahren interkultureller Mediation würde ich sagen dass das aktive Zuhören Und das Zuhören, sagen wir mal, das empathische Zuhören sehr gut funktioniert in fast allen Kulturen.
00:24:08: Aber wie es ausgedruckt wird, also ausgedrückt wird ist manchmal unterschiedlich.
00:24:13: Also in manchen Kultureen können wir wiederholen und aktiv nicken.
00:24:17: In anderen dürfen wir nicht wiederholern was eine Person gesagt hat oder nur mit Reframing wiederholend weil es dann positiver ausgedrukt wird.
00:24:27: Manchmal... dürfen wir aber gar kein Wort sagen, sondern wirklich nur Nimmig und Gestik einsetzen.
00:24:33: Dass wir verstanden haben und unser Zuhören signalisieren.
00:24:37: Was ist da die Erklärung dafür?
00:24:40: Also was passiert oder was macht derjenige sich für eine Schlussfolgerung wenn wir als Mediaturen dann leerbuchgemäß spiegeln würden und das wiederholen würde?
00:24:50: Ja
00:24:52: also es könnte verstanden werden als eine Korrektur was der andere gesagt hat oder auch ein Signal, dass die andere Person sich nicht detailliert genug ausgedrückt hat oder sich vielleicht noch nicht mal klar ausgedruckt hat.
00:25:09: Das könnte signalisieren wobei wir dann sagen würden okay für uns bedeutet das ich habe dich genauso verstanden und nicht ich kritisiere dich jetzt indirekt dass du dich nicht gut genug aus gedrückt hast.
00:25:22: Und das kann sozusagen so weit gehen, dass es nicht ausreicht zu erklären oder zu erläutern weshalb man das tut.
00:25:30: Sondern ist wirklich besser zu unterlassen weil die Gefahr zu groß ist.
00:25:36: der fühlt sich jetzt gerade nicht verstanden beziehungsweise gemass regelt korrigiert.
00:25:43: Ja das ist eine super gute Frage.
00:25:45: also denn kognitiv können wir das erklären Und kognitiv können wir dann auch sagen, okay ich wiederhole dich jetzt weil... Ich dir zeigen möchte ob ich dich verstanden habe und das ist sozusagen ein individualisiertes Phänomen in unserer Kultur.
00:26:01: In anderen eher kollektiv ausgerichteten Kulturen würde das vielleicht verstanden werden?
00:26:07: Kognitif.
00:26:08: aber da wir es von einer interpersonalen Interpretation ausgehen müssen Hängen die Emotionen meist nach, also die Personen, die wir wiederholen und die es nicht gewohnt ist oder negativ interpretiert.
00:26:23: Die würde wissen okay das ist in meiner Kultur angemessen aber die Gefühle die wir dabei auslösen sind wahrscheinlich noch nicht auf dieser verständnisreichen Ebene Und entsprechend könnte schon Irritationen auslöschen.
00:26:36: dann würden was vielleicht er weglassen?
00:26:38: Ja ich meine Wir sind ja auch alle hier nicht gleich bei diesem, gerade beim Spiegeln und aktiven Zuhören.
00:26:47: Mittlerweile sind wir in vielen Bereichen der Gesellschaft im Arbeitsplatz, Streitigkeiten und so ja so geschult und so auch bearbeitet worden von Kommunikationswissenschaften Beratungen
00:27:03: etc.,
00:27:04: das ist einfach nur noch eine kurze Erklärung braucht.
00:27:08: Und wie er ja auch das manchmal erläutern transparent machen Und auch so was sagen, manchmal frag ich komische Sachen als Mediator oder ne?
00:27:17: Manchmal mache ich ein bisschen Entschleunigung und wiederhole das noch mal.
00:27:22: Wir tun so erst wenn die das dann einfach akzeptieren müssten und würden.
00:27:27: Also wenn wir sozusagen ein bisschen mehr eigenartig sind und so... Und klar haben auch andere, die müssen gar nicht aus einer anderen Kultur sein denken, dass sie jetzt ein bisschen umständlich oder ist es ein Papagei, was sollten das aber gut meinetwegen, der weiß schon, was er tut!
00:27:42: Also da beanspruchen wir in der eigenen Kultur so einen kleinen Sonderstatus als Berater und auch Expertenstatus, das ist jetzt schon das Richtige.
00:27:54: In interkulturellen Kontexten ist es sozusagen zu riskant.
00:27:59: Da könnten wir nicht damit rechnen dass die das schon akzeptieren würden sondern die Emotionen beziehungsweise das Gelernte.
00:28:08: also Ich werde hier jetzt korrigiert und ich werde behandelt, wie ich es sonst noch nie erlebt habe.
00:28:15: Das ist einfach zu
00:28:15: riskant.".
00:28:17: Ja oder es führt vielleicht nicht zur optimalen Kommunikationssituation?
00:28:21: Und die wollen wir ja herstellen.
00:28:23: also ich glaube dass wir schon interkulturell auch als MediaturInnen wirklich ein Sonderstatus haben oder einen Expertenstatus aber der wird natürlich auch da durchdefiniert, wie ich mich als Expertin dann oder als Mediatorin selber zeige und wie ich kommuniziere.
00:28:43: Und da versuche ich mich so gut – Ich kann natürlich auch auf das Gegenüber einzustellen um die optimale Offenheit für die Konfliktbesprechung oder sogar Lösung herauszuholen.
00:28:57: Und deswegen, glaube ich, brauchen wir einen unheimlich hohen Reflektionsgrad.
00:29:01: Den brauchen wir sowieso in der Mediation – das ist klar!
00:29:04: Aber interkulturell nochmal auf einer anderen Ebene weil eben diese Vielschichtigkeit da ist und weil wir manchmal noch eine andere Sprache sprechen als unsere Erstsprache.
00:29:14: Das macht es so besonders.
00:29:16: Weil wir nicht so schnell einschätzen können oder kein intuitives Gefühl dafür haben wie die anderen sich fühlen.
00:29:23: Und deswegen würde ich sagen, ich persönlich würde dafür plädieren eher vorsichtig zu kommunizieren und eher ja bewusst da noch vielleicht zu kommunikieren.
00:29:37: Als ich es jetzt mit dir in einem deutschsprachigen Kontext mache wo wir aus dem gleichen Land kommen und vielleicht eine ähnliche Generation haben und so weiter.
00:29:48: Das bringt mich noch zu einer Frage die auch natürlich in hiesiger Kultur durchaus umstritten ist Weil wir jetzt so herausgearbeitet haben, dass wir als Mediatoren auch Fachexperten sind und Expertenrat geben.
00:30:04: Wenn auch nicht ausdrücklich, so doch in der Art und Weise wie wir das Verfahren aufziehen Und dahinter ja schon die der Ratschlag steckt.
00:30:13: Das ist jetzt der beste Weg Die Sache anzugehen und für diesen Kommunikationsprozess Erklärungs- oder Verständigungsprozess sind wir und beanspruchen, wie Fachexperten tun.
00:30:28: Und das hat Auswirkungen darauf welche Entscheidung die treffen?
00:30:35: Hier in unseren Kreisen sind wir sehr bedacht darauf ja keinen inhaltlichen Beratungsanspruch zu bilden dass wir sozusagen in der Sache etwas empfehlen Aber wir entscheiden über die Art und Weise der Mediation mit.
00:30:55: Wie stark hat das in interkulturellen Kontexten Auswirkungen?
00:31:03: Gerade weil wir noch Experten orientiert, dass Verfahren oder Mediation ausführen, beeinflusst das den inhaltlichen Entscheidungsprozess.
00:31:20: in interkulturellen Kontexten da, also es konnte sich jetzt wirklich auf die Kulturen an.
00:31:25: Aber zum Beispiel im ostafrikanischen Raum auch im südafrikanischem ist es oft so dass die Personen die mediieren nicht nur die Gesprächsführung übernehmen und die Struktur und sozusagen den Rahmen geben wie wir es tun sondern das sie auch auf jeden Fall gefragt sind als Expertin inhaltlich ihre Meinung, Kunst zu tun und vielleicht gute Ideen für eine Lösung zu haben.
00:31:53: Und sind genau dafür angefragt.
00:31:55: Das macht es interkulturell manchmal nicht so leicht weil wir ganz unterschiedliche Wertorientierung haben was wir mit der Rolle der Mediaturinnen dann auch verbinden.
00:32:06: Es ist auch da eine Diskussion und in bestimmten Kulturen können die Mediaturen oder sind sie sogar gefragt am Ende die Entscheidung zu fällen, wie es jetzt weitergeht.
00:32:19: Das haben wir oft in kollektiv orientierten Kulturen wo wir es mit einem sozialen Umfeld zu tun haben das dann hinterher auch kontrollieren kann ob diese Konfliktlösung dann auch kulturadäquat und sozial adäquats umgesetzt wird.
00:32:35: also die konflikt lösungen ist nie nur für individuellen und deren bedürfnisse zuständig sondern auch für das ganze umfeld.
00:32:41: oft
00:32:44: Das leuchtet mir sofort ein.
00:32:47: Auch dass die moderne, sag ich mal im US- und europäischen Raum geprägte Mediation höchst individuumsorientiert ist.
00:32:59: Wirklich ja Ausdruck dieser Autonomiebestrebung was in anderen Kontexten wahrscheinlich schon gar nicht so benennbar ist.
00:33:07: da würde keiner hingehen.
00:33:09: das wäre ja Verrat, wenn das ein Verfahren ist wo es nur um mich geht.
00:33:15: Ja genau also es geht immer dann auch um mich als Person in meiner Gruppe und die Gruppe ist bei uns ja relativ stark ausgeschlossen.
00:33:24: Also vielleicht sind da nochmal die Eltern mit beteiligt oder die ganz nahen Konflikt eingebunden.
00:33:31: aber nicht unbedingt sehen wir uns als Gruppenmitglied.
00:33:36: Und es ist ja letztlich auch.
00:33:38: die Nicht-Öffentlichkeit des Verfahrens im Vergleich zum Gerichtsverfahren zeigt ja auch schon, dass die dort am Tisch sind entscheiden und machen das Tisch auch unter Ausschluss anderer Betroffener.
00:33:54: Und das ist nix individuumsorientiertes Verfahren?
00:34:01: In manchen interkulturellen Situationen ist es sogar so, dass gar nicht die Konfliktparteien in die Mediation kommen sondern Repräsentanten aus der Gruppe.
00:34:10: Die für die konflikt Parteien also zur mediation kommen und hinterher oder zwischendrin immer wieder Rücksprache mit der Grupe aber auch den Konflikpartei nehmen um sie dann zu repräsentieren.
00:34:22: Genau das sehen wir ja relativ selten im deutschsprachigen Kontext.
00:34:25: Also ich glaube ich habe das da noch nie erlebt.
00:34:28: Ja, man könnte jetzt sozusagen bei juristischem Person darauf kommen dass ja die Geschäftsführer oder Betriebsratsvorsitzenden oder so das als Vertreter machen.
00:34:40: Aber das scheint mir eine andere Formation zu sein weil ich habe dann einen gewissen Verhandlungsspielraum.
00:34:47: Ich darf das und das entscheiden von Gesetzeswegen Und natürlich hat das für andere Firmenmitglieder Auswirkungen.
00:34:54: Aber ich muss mich nicht so versichern, ich kriege einen Mandat.
00:34:57: Das ist fix und dort scheint mir das eher eine Gruppe und kein organisiertes Team sondern... Ich muss mich meine sozialen Status dann aber auch nochmal vergewissern wenn ich da abwesen von den anderen was gesagt habe und bin mehr Verhandlungsbote oder...
00:35:20: Ja
00:35:23: Das heißt, in denen würde die Entscheidung auch dann in der Gruppe gefällt werden.
00:35:27: Ob man zustimmt?
00:35:29: Man ist
00:35:30: also nicht da überhaupt... Ja genau!
00:35:34: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten.
00:35:36: Also manchmal ist es so dass wirklich ein Konsensverfahren auch in die Mediation eingebunden wird das Rücksprache gehalten wird mit den Personen die sonst noch daran beteiligt sind.
00:35:48: Und das ist auf jeden Fall möglich.
00:35:50: Aber manchmal kann es auch sein, dass dann aus der Gruppe jemand, der einen bestimmten Status hat – aufgrund der Familienzugehörigkeit beispielsweise oder wegen der Community oder auch religiöse Führungspersonen, die manchmal in Konfliktlösungen eingebunden sind und die dann eher übernehmen als die Konflikparteien selber und sagen, das sei das Beste für euch aber auch für die Gruppe.
00:36:17: Aber ich hab's noch nicht erlebt, dass es einen rechtlich orientierten Vermittler ... Also jetzt in afrikanischen Kontexten zum Beispiel darf ich das noch nicht erleben.
00:36:29: Aber natürlich eine Person aus Familie oder Community oder religiöse Personen, die dann geholfen haben, die Lösungen zu finden oder den Konflikt zu klären.
00:36:42: Das wird dann praktisch gesucht und ausgehandelt.
00:36:45: Wer dann hingeht und das übernimmt.
00:36:48: Genau.
00:36:50: Was heißt das jetzt für Mediatoren?
00:36:54: Müssen die erst ins Ausland fahren, und dort leben, ehe sie eine Mediation durchführen können bei der Sie anhand von biografischen Daten vom äußeren Erscheinungsbild davon ausgehen müssen... Oh!
00:37:09: Das ist jetzt ein interkultureller Kontext oder in die Richtung Zählt meine Frage, er gibt es überhaupt eine Mediation wo Interkulturalität nicht vorkommt?
00:37:23: Okay also ich würde sagen für Mediatur in den deutschfrafigen Kontext ist das einfach wichtig sich nochmal zu damit auseinandersetzen.
00:37:32: was sind interkulturelle Kompetenzen.
00:37:35: Welche habe ich?
00:37:36: und wenn ich jetzt weiß dass Menschen aus einer bestimmten Kultur zu mir kommen vielleicht mich etwas auf die Kultur vorbereite, mich damit auseinandersetze.
00:37:46: Aber natürlich immer im Blick habe.
00:37:48: diese Personen können absolut multikulturelle Identitäten entwickelt haben.
00:37:52: Die können auch deutscher sein als ich selber beispielsweise aber dass sich eine Sensibilität dafür entwickle mit dem Thema Kultur in der Mediation umzugehen.
00:38:03: Vielleicht dazu Fragen zu stellen, die vielleicht nicht ganz direkt zu stellen aber vielleicht zu fragen wie sehen Sie sich selber als Personen?
00:38:11: Haben sie Erfahrungen aus der deutschen Kultur und aber auch aus ihren Herkunftskulturen beispielsweise Wie dort mit Konflikten umgegangen wird?
00:38:19: ich würde sagen eine große Offenheit an den Tag zu legen Sich mit dem thema Kultur In der mediation auseinanderzusetzen und es zu verhandeln.
00:38:30: Und vielleicht auch eine Offenheit zu sagen, mit der Struktur von Mediation anders umzugehen.
00:38:35: Sie zu erfragen welche Vorerfahrungen es auf der anderen kulturellen Seite sozusagen gibt und zu signalisieren dass man durchaus offen ist zu lernen und eine Mischform zu finden die für alle Personen in der interkulturellen Mediation dann sind sich Zuhause zu fühlen.
00:38:56: Das bedeutet im Blick auf die Techniken davorhin nur gesagt habe, dass wir natürlich aktives Zuhören interkulturell gut einsetzen können aber auch dort dann offen zu werden welche Techniken überhaupt einsetzbar sind und welche nicht.
00:39:15: Und damit im Ganzen ein Stück vorsichtiger vorgehen und sich bei aller Routine möglicherweise nochmal selbst in Frage zu stellen ob das jetzt hier tatsächlich so funktioniert wie es vielleicht in anderen Kontexten geklappt hat.
00:39:36: Genau.
00:39:38: Claude Helene, vielen Dank!
00:39:40: Das war hoch informativ und interessant nicht jetzt nur eine andere Kultur in den Blick zu nehmen sondern über das Thema Kulturalität Interkulturalität generell zu sprechen was ich rausnehme oder so, dass es eben beides braucht.
00:40:01: Also sowohl ganz spezifische Kenntnisse von anderer Kultur und das begegnet mir selbst auch hier, dass ich manchmal angefragt werde in hiesiger Kultur zu arbeiten also weil ich von hier bin und der einen Seite besonders wichtig ist.
00:40:22: Sächsisch, Ostdeutsch, Westdeutsche, wo schon so Kulturthemen auch auf Kulturebene verhandelt werden und auch eskaliert werden.
00:40:34: Und das ist aber dennoch auch was Generelles gibt also Wo wir sagen können ich habe mich mit interkulturellen Fragestellungen beschäftigt und das hilft mir egal bei welcher Kultur Ich jetzt anklopfe einfach weil Vorsicht oder Kleinschrittigkeit eher fragend generell sinnvoll sind.
00:41:01: Mhm, ja also das würde ich sagen ist ein wichtiger Aspekt.
00:41:05: Ich danke dir auch Sascha vielen.
00:41:07: vielen Dank für die Einladung und für das interessante Gespräch auch von meiner Seite.
00:41:11: Vielen dank und bis bald!
00:41:13: Bis bald.
00:41:14: genau so machen wir's Ciao Tschüss.
00:41:19: Das war mein Gespräch mit Clotelin Meyer, Professorin in Johannesburg an der Universität und privatozentenierende Beatrina in Frankfurt.
00:41:28: Mit ihr konnte ich über interkulturelle Konflikteinflüsse und Ausrichtungen von Mediation sprechen was sinnvoll ist als Vermittler in interkulturellen Kontext zu tun und was besser ist unterlassen.
00:41:45: Wenn du die eine oder andere Frage noch dazu hast Dann schreib mir und ich greif das hier gerne auf und vertiefe es an der einen oder anderen Stelle.
00:41:55: Für den Moment bedanke ich mich, dass du hier wieder mit dabei warst.
00:42:00: Vergiss nicht dieses Podcast zu abonnieren und auch ein Feedback zu hinterlassen auf dem Podcastcatcher deiner Wahl.
00:42:09: Und dann sehen wir uns bald wieder.
00:42:12: Kommt gut durch die Zeit!
00:42:13: Ich bin Sascha Weigel.
00:42:15: Mein Hofsinn in Koffee war ein Institut für Konflikt- und Verhandlungsmanagement in Leipzig, Partner für professionelle Mediations- und Coachingsbildung.