Gut durch die Zeit. Der Podcast rund um Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung.

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#277 GddZ - Wütende Männer, vergessene Jungen. Im Gespräch mit Eva Ladipo

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Kapitel

0:05 – Einstieg ins Männerthema 3:12 – Trumps Männer und Protestwahl 7:33 – Schubladen statt Charakter 11:24 – Defensivreaktion auf Vorurteile 13:58 – Ursprung der toxischen Männlichkeit 17:27 – Was macht einen Mann aus? 20:04 – Der Druck auf junge Männer 23:21 – Verunsicherung im Arbeitsleben 25:33 – Männer verlieren an Anerkennung 29:04 – Materielle Ursachen der Wut 31:52 – Toxisch im falschen Moment 34:41 – Die Allianz von Mann und Frau 35:50 – Ungleiche Chancen bei Bildung 37:41 – Hoffnung auf neue Debatte

Zusammenfassung

In dieser Folge spreche ich mit der Autorin Eva Ladipo über das Deutungsmuster „Mann“ als Problemfigur in Konflikten, in der Öffentlichkeit und im Arbeitsleben. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Männer zunehmend nicht mehr über Rolle, Charakter oder konkrete Situation beschrieben werden, sondern pauschal als Ursache von Schwierigkeiten. Dabei haben Männer dreifach verloren: wirtschaftlich, kulturell und politisch.

Ich spreche mit Eva Ladipo über ihr Buch „Not am Mann. Die Erfindung toxischer Männlichkeit“. Sie erklärt, dass die Debatte um männliche Wut und Abwendung von der gesellschaftlichen Mitte auch durch politische Entwicklungen wie die Wiederwahl von Donald Trump und hohe Stimmenanteile junger Männer für Protestparteien angestoßen wurde.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum besonders junge Männer unter Druck stehen und weshalb sie den populistischen Brandstiftern verfallen. Wir besprechen, dass materielle Bedingungen schwieriger geworden sind, etwa durch unsichere Jobs, niedrigere Einkommen, hohe Wohnkosten und stärkere soziale Ungleichheit, was bereits der Ökonom Branko Milanović 2008 mit seiner Elefantenkurve beschrieben hat. Zugleich sind Frauen heute weniger auf Männer angewiesen, was die Erwartungen an Männer als Versorger verändert.

Wir gehen auch auf die Wirkung des Begriffs „toxische Männlichkeit“ ein. Ladibo beschreibt ihn als ursprünglich medizinischen Begriff, der heute oft als pauschale Verurteilung von Männern verstanden werde. Sie warnt davor, ganze Gruppen moralisch abzuwerten, weil das zu Abwehr und Verhärtung führen kann.

Am Ende sprechen wir über Reaktionen auf das Buch und darüber, dass das Thema in Deutschland noch zurückhaltend aufgenommen werde. Zugleich sehen wir Anzeichen, dass die Diskussion über Jungen, Männer und ihre Rolle stärker in den Blick kommt.


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Über diesen Podcast

Ich bin Sascha Weigel und möchte Sie in diesem Podcast gemeinsam mit meinen Gästen mit spannenden Sichtweisen und Einschätzungen rund um die Themengebiete Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung zum Nachdenken anregen. Wir hegen die Absicht, dass Sie hier durchaus die zündende Idee oder bei Bedarf einen neuen Lösungsansatz für ihre Problem- oder Konfliktsituation entwickeln können.

Zu Wort werden in diesem Podcast auch Fachexperten kommen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse wichtige Erkenntnisse für den Umgang mit Konflikten und damit für die Mediation und Konfliktberatung in der VUKA-Welt bieten.

Mehr zu Mediation und Konfliktmanagement: www.inkovema.de

von und mit Dr. Sascha Weigel

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